VdK-Präsidentin Bentele fordert Abschaffung des Ehegattensplittings und gerechtere Vermögenssteuer

Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, hat die im Raum stehende Abschaffung des Ehegattensplittings als „überfällig“ bezeichnet. „Es begünstigt Ehepaare mit großen Einkommensunterschieden“, sagte sie den Zeitungen der „Mediengruppe Bayern“ (Freitagausgaben). „Das verhindert die Gleichstellung am Arbeitsmarkt und erschwert die finanziell eigenständige Absicherung von Frauen.“

Der VdK fordere, „dass sich die Förderung von Familien mit Kindern an der Übernahme von familiärer Verantwortung festmacht und nicht am formalen Status der Ehe“, sagte die Verbandspräsidentin. „Daher sollte das Splitting durch ein Besteuerungsmodell für Familien ersetzt werden, das keinen negativen Einfluss auf die Erwerbstätigkeit von Frauen hat.“

Eine Abschaffung der kostenlosen Mitversicherung von Ehegatten bei Krankenkassen hält Bentele hingegen für falsch. „Auch wenn mit Zusatz-Anreizen für die Erwerbstätigkeit der meist mitversicherten Ehefrauen argumentiert wird, ist die Familienversicherung ein Kernelement der gesetzlichen Krankenversicherung und muss vor allem für Familien mit kleinen und mittleren Einkommen unangetastet bleiben“, erklärte sie. „Eine Abschaffung wäre für diese eine Beitragserhöhung.“

Als „extrem unsozial“ bezeichnete Bentele eine mögliche Erhöhung der Mehrwertsteuer. „Vor allem Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen, die nicht in Aktien, sondern in den täglichen Bedarf investieren, würden stärker belastet.“ Die Mehrwertsteuererhöhung sei „der einfachste Weg für eine Regierung, die tiefgreifende Reformen scheut und wichtige Einnahmequellen ungenutzt lässt“, so die VdK-Präsidentin. „Ich schlage vor, nicht den einfachsten Weg zu gehen, sondern den gerechtesten. Das würde bedeuten, sich endlich an eine gerechtere Besteuerung von Erbschaften und Vermögen heranzutrauen.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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