Wirtschaftsweise Felbermayr lobt Klingbeils Reformagenda für mehr Arbeitszeit und Anreizänderungen

Der neue Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr hat Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) für dessen Reform-Ideen gelobt. „Dass ein SPD-Vizekanzler sagt, um den Wohlstand zu halten, werden wir alle mehr arbeiten müssen, halte ich schon für ziemlich radikal, aber im ursprünglichen Sinne“, sagte Felbermayr den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben). „Er will an die Wurzel der Probleme gehen.“

SPD-Chef und Finanzminister Klingbeil hatte Ende März in einer viel beachteten Rede bei der Bertelsmann-Stiftung eine Reform-Agenda für Deutschland präsentiert. Felbermayr sagte nun, noch müsse im Detail ausgearbeitet werden, wie die Pläne umgesetzt werden können. „Es geht etwa darum, Anreize für Teilzeit zu reduzieren und das Ehegattensplitting so zu reformieren, dass der vom Grundgesetz garantierte Schutz von Ehe und Familie gewahrt bleibt“, unterstrich Felbermayr.

Der Wirtschaftsweise sagte, der Unionsfraktion dürften viele Ansätze Klingbeils gefallen. „Das eröffnet Kompromissmöglichkeiten, die noch vor einigen Wochen undenkbar erschienen“, sagte er.

Felbermayr, der das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) leitet, gehört seit März dem deutschen Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung an. Das Gremium ist auch bekannt als Rat der „Wirtschaftsweisen“.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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