Ein Forschungsteam der Universitätsmedizin Magdeburg hat einen neuen Ansatz zur Untersuchung von Darmkrebs entwickelt. Wie die Medizinische Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität mitteilte, haben die Wissenschaftler ein bislang wenig beachtetes Enzym namens DUSP14 identifiziert, das eine wichtige Rolle bei bestimmten Tumoren spielen könnte.
Die Ergebnisse wurden im „International Journal of Cancer“ veröffentlicht.
Die Forscher um Ulf Kahlert, Leiter der Molekularen und Experimentellen Chirurgie, untersuchten Tumorgewebe genauer und stießen dabei auf einen speziellen Zuckerbaustein auf der Oberfläche von Krebszellen, das sogenannte Globo-H. Anhand dieses Merkmals konnten die Tumoren in zwei Gruppen eingeteilt werden: solche mit viel und solche mit wenig Globo-H-Expression. Diese Einteilung gibt Hinweise darauf, wie aggressiv ein Tumor ist und welche Behandlung besser geeignet sein könnte.
Für die Studie nutzten die Wissenschaftler frisches Tumorgewebe aus Operationen, aus dem sie sogenannte Organoide herstellten – winzige Mini-Tumore im Labor, die viele Eigenschaften des echten Tumors behalten.
Insgesamt wurden 31 Gene identifiziert, die mit einem hohen Globo-H-Gehalt assoziieren. Besonders auffällig war das Enzym DUSP14. In Tests zeigte sich: Wenn DUSP14 blockiert wurde, wuchsen die Tumorzellen deutlich langsamer.
Das Team möchte nun in Kooperation mit Medizinchemikern spezifischere Inhibitoren für DUSP14 entwickeln und deren Potenzial in der Darmkrebstherapie überprüfen.
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