Tschernobyl-Reparatur kostet mindestens 500 Millionen Euro: EBRD warnt vor Zeitdruck

Die Reparatur der beschädigten Schutzhülle über dem havarierten Atomreaktor von Tschernobyl wird nach Einschätzung der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) enorm teuer. „500 Millionen Euro werden wir sicher brauchen“, sagte Balthasar Lindauer, Direktor des EBRD-Programms für nukleare Sicherheit, dem „Spiegel“. „Womöglich mehr.“

Bis Ende 2027 müssten die Arbeiten beginnen, bis 2030 müssten sie abgeschlossen sein, andernfalls drohe ein irreparabler Rostschaden an der Stahlkonstruktion. „Wir werden das New Safe Confinement verlieren, wenn wir das nicht schaffen“, warnte Lindauer. „Dann werden die Kosten sehr, sehr viel höher.“ Der Zeitplan sei ehrgeizig, räumte Lindauer ein, man habe aber keine Wahl.

Im Februar 2025 war die Schutzhülle durch einen Drohnenangriff schwer beschädigt worden. „Der Schaden ist enorm hoch“, sagte Lindauer. Die Membrane, die radioaktive Partikel im Inneren und Feuchtigkeit draußen halten sollen, seien großflächig zerstört. „Die Verkleidung muss unbedingt wiederhergestellt werden.“

Die Ruine von Reaktor Vier strahlt in manchen Bereichen immer noch so stark, dass sich Menschen dort nur kurz aufhalten dürfen. „In den am stärksten belasteten Bereichen wird man das Personal besonders häufig auswechseln müssen“, sagte Lindauer.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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