KI in der Politik: Sozialethiker Nass warnt vor Eingriff in demokratische Streitkultur

Der Sozialethiker Elmar Nass hat vor KI-generierten Reden in der Politik gewarnt. Er sagte der „Rheinischen Post“ (Mittwochausgabe), den Einsatz von KI in der Vorbereitung von Reden halte er nicht für verwerflich, wenn man damit Informationen sammle oder vielleicht auch die eine oder andere Formulierung optimiere. Problematisch werde es, wenn man sich ganze Textbausteine schreiben lasse oder sogar Gedankengänge und Argumentationsstränge vorgeben lasse.

Nass warnte, dann beherrsche die KI am Ende auch politische Diskurse – und das sei ein Eingriff in die demokratische Streitkultur. „Das zerstört im Grunde die Kreativität des politischen Streitens.“ Der Sozialethiker sagte, er wünsche sich Politiker, die ihre Argumente aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz und ihrer eigenen Position heraus vortrügen und mit denen man dann ins Gespräch kommen könne. „Der politische Diskurs muss von Menschen geführt werden. Sprache ist Ausdruck des Menschen und darf nicht Ausdruck von Maschinen sein.“

Zuvor waren der thüringische Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) und Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) in die Kritik geraten, weil mehrere Reden und Gastbeiträge von ihnen mithilfe von KI erstellt worden sein sollen.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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