Unionspolitiker fordern 200 Euro Strafgebühr für Umgehung des Primärarztsystems

Angesichts der Diskussion über die Ausgestaltung eines Primärarztsystems für gesetzlich Versicherte gibt es innerhalb der Unionsfraktion Forderungen nach einer Strafgebühr von 200 Euro für Patienten, die sich dem geplanten Modell entziehen wollen.

Wer das geplante Primärarztsystem auf eigene Faust umgehen wolle und statt zuerst zum Hausarzt direkt zum Facharzt gehe, solle eine Gebühr dafür zahlen, sagte der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Stegemann (CDU), der „Bild“ (Samstagsausgabe). „Eine Gebühr von 200 Euro pro selbst vereinbartem Facharzttermin außerhalb des Primärarztsystems halte ich für denkbar.“ Ansonsten gebe es keine Lenkungswirkung.

Der CSU-Bundestagsabgeordnete und Gesundheitsexperte Stephan Pilsinger spricht sich ebenfalls für eine Gebühr für Patienten aus, die künftig direkt Facharzttermine vereinbaren. Er sagte der Zeitung: „Wer sich bewusst nicht durch ein Primärarztsystem steuern lässt und unnötige Arzttermine in Anspruch nimmt, muss die Kosten dafür selber tragen. Wenn wir wollen, dass die Patienten wieder schneller Termine bei Fachärzten bekommen, müssen wir dafür sorgen, dass diese von unnötigen Bagatellfällen entlastet werden.“

Pilsinger spricht sich explizit gegen eine Praxisgebühr aus: „Eine Kontaktgebühr beziehungsweise eine neue Praxisgebühr lehnt die CSU allerdings ab, da sie einseitig zulasten von chronisch kranken Patienten geht.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Bundesverteidigungsministerium erwartet Anstieg von Tierversuchen bis 2029 – Linke fordert Verbot

    Das Bundesverteidigungsministerium rechnet in den kommenden Jahren mit einem Anstieg der Projekte, bei denen Tiere verwendet oder getötet werden. Das berichtet die „Rheinische Post“ unter Berufung auf die Antwort auf…

    RIAS-Bericht: Antisemitische Vorfälle im Netz steigen auf 27 Prozent – Steinitz fordert mehr Schutz

    Antisemitismus breitet sich zunehmend im Internet aus. Das berichtet die „Rheinische Post“ unter Berufung auf den Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS).Der Geschäftsführer des Bundesverbands, Benjamin Steinitz, sagte der…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert