CSU-Landesgruppenchef Hoffmann verteidigt Verhalten in Verfassungsrichter-Wahl und betont Vertragstreue in der Koalition

Der Vorsitzende der CSU im Bundestag, Alexander Hoffmann, hat sein Verhalten im Fall Frauke Brosius-Gersdorf verteidigt.

Anders als die meisten Unionspolitiker hatte sich Hoffmann bis zuletzt für die Wahl der SPD-Kandidatin für das Bundesverfassungsgericht eingesetzt. Wegen des Widerstands in der Union hatte Unionsfraktionschef Jens Spahn die Wahl Brosius-Gersdorfs unmittelbar vor der geplanten Abstimmung Anfang Juli von der Tagesordnung des Bundestages nehmen lassen und damit eine schwere Koalitionskrise ausgelöst.

„Ich glaube, dass Vertragstreue und Verlässlichkeit enorm wichtig sind, wenn eine Koalition erfolgreich sein soll“, sagte Hoffmann der „Süddeutschen Zeitung“. „Ich habe immer gesagt, das ist jetzt nicht meine Kandidatin. Aber im Paket konnte ich erklären, warum ich damals für ihre Wahl eingetreten bin.“

Auf die Frage, warum er seine Position so offen vertreten habe, sagte Hoffmann: „Ich hätte mich auch wegducken können, das wäre einfacher gewesen. Aber ich finde es sehr wichtig, dass man in der Politik erklärt, was man tut. Das ist manchmal kraftaufwendig. Und es schafft eine Angriffsfläche. Ich glaube aber, dass es Politik glaubwürdig macht.“ Über seinen Umgang mit dem Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion sagte Hoffmann: „Mein Verhältnis zu Matthias Miersch ist sehr gut, wir vertrauen uns.“

Für die weitere Arbeit in der Koalition zeigte sich der CSU-Landesgruppenchef zuversichtlich. „Miersch, Spahn und ich sind ein gutes Dreigestirn“, sagte Hoffmann. „Wir sind zusammengewachsen und dabei hat die Klausur der Fraktionsspitzen Ende August in meiner Heimatstadt Würzburg eine wichtige Rolle gespielt – den `Geist von Würzburg`, den gibt es wirklich in dieser Koalition.“

An diesem Dienstag beginnt die traditionelle Winterklausur der CSU-Bundestagsabgeordneten in Kloster Seeon, Hoffmann ist zum ersten Mal der Gastgeber.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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