Berufseinstieg in Deutschland wird schwieriger: Immer mehr Absolventen brauchen über sechs Monate für ersten Job

Berufseinsteiger in Deutschland brauchen trotz Fachkräftemangels immer länger, eine erste Stelle zu finden.

Mehr als ein Fünftel benötigte im vergangenen Jahr nach der Ausbildung länger als sechs Monate, um den ersten Job antreten zu können. Unter den Akademikern waren es 23 Prozent. Das zeigt die Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Grünen, über die das „Handelsblatt“ berichtet.

Noch 2018 gelang etwa jedem Vierten der Einstieg in die Berufswelt innerhalb eines Monats, nun gilt das nur noch für jeden Fünften. Die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung ist seit 2019 um etwa 19 Tage angestiegen auf nunmehr 134 Tage, also annähernd viereinhalb Monate. „Die Bundesregierung bestätigt damit, dass der Berufseinstieg für viele junge Menschen zunehmend länger und schwerer wird“, sagte die grüne Arbeitsmarktpolitikerin Sylvia Rietenberg dem „Handelsblatt“.

Besorgniserregend finden die Grünen, dass die Regierung offenbar nicht wisse, welche Rolle dabei neben der schlechten Konjunktur die Transformation der Wirtschaft und der Siegeszug der KI spielten. „KI verändert den Arbeitsmarkt rasant, doch die Bundesregierung weiß nicht einmal, wie viele Einstiegsstellen bereits weggefallen oder umgebaut worden sind“, kritisiert Rietenberg. „Wer junge Menschen ernst nimmt, muss diesen Wandel aktiv gestalten, dafür braucht es als Erstes ein genaueres Bild der Lage.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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