Ifo-Chef Fuest fordert Sozialreform gegen Teilzeitfalle

Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, hat sich in der Debatte um „Lifestyle-Teilzeit“ grundsätzlich hinter die Kritik von MIT-Chefin Gitta Connemann gestellt und dennoch andere Maßnahmen gefordert.

„Das ist vernünftig, der Vorschlag“, sagte er dem TV-Sender „Welt“ am Montag. „Gleichzeitig ist das ein Nebenkriegsschauplatz.“

Vor allem müsse es sich lohnen, länger zu arbeiten. „Da ist es so, dass wir unser Sozialsystem so weit entwickelt haben, dass es eben für viele Menschen nicht lohnt, mehr zu arbeiten. Deshalb ziehen sich viele auf Teilzeit zurück“, behauptete er. „Es wäre wichtig, dafür zu sorgen, im Einkommensbereich 3.000 bis 5.000 Euro, dass es sich da wirklich lohnt zu arbeiten. Wer mehr Brutto hat, sollte da auch mehr Netto haben.“

Dafür müsse man das Sozialsystem reformieren. „Viele Menschen erhalten in diesem Bereich noch Wohngeld und verlieren das, wenn sie mehr verdienen, und haben netto nicht mehr in der Tasche“, sagte er. „Das ist der Hauptgrund, warum sich viele auf Teilzeit zurückziehen. Das müsste man reformieren.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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