Söder warnt vor Bruch mit USA und betont Bedeutung der transatlantischen Beziehung für Europas Sicherheit

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Markus Söder warnt ungeachtet von Differenzen eindringlich vor einem Bruch mit den USA.

„Die wichtigste Frage ist, wie es im Verhältnis USA und Europa weitergeht“, sagte Söder bei der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) dem Fernsehsender „Welt“. Und weiter: „Das ist der Schlüssel für die Stärke und die Sicherheit der Europäer. Und deswegen fand ich: der Bundeskanzler hat einen ganz guten Sound gesetzt, auf der einen Seite uns stärker zu machen. Aber es ist mir ein wichtiges Anliegen, nicht zu brechen mit Amerika.“ Denn dazu sei Europa „nicht annähernd in der Lage: militärisch, sicherheitspolitisch, digital oder auch ökonomisch“.

Sein Rat: „Wir sollten ein bisschen langen Atem bewahren, auf Klugheit setzen und die Amerikaner jetzt nicht vor den Kopf stoßen, aber ihnen schon eine Richtung geben.“ Das sei wie in einer „Beziehungskiste“: „Eine kleine Delle drin, ja. Aber man sollte nicht zu schnell ausziehen, sondern schauen, dass man es wieder gut kitten kann.“

Söder bezeichnete es als „schweren Fehler“, in der Frage eines Atomschirms allein auf Frankreich zu setzen: „Ich glaube nicht, dass es eine kluge Idee ist, allein auf Frankreich zu setzen – sorry. Denn der französische Schirm ist zu klein und auch nicht so gut ausgestattet wie der amerikanische.“ Deswegen glaube er, dass die französischen Atomwaffen ergänzend sein könnten: „Aber ohne die Amerikaner, das geht nicht.“ Den Gedanken an eine deutsche nukleare Verantwortung wies der CSU-Chef weit von sich: „Wir selber können keine Atomwaffen auf den Weg bringen, das würde uns jetzt echt überfordern, auch rechtlich.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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