DAX verliert weiter: Analyst warnt vor Konjunkturrisiken durch Energiepreise und Unsicherheit

Der Dax ist am Mittwoch nach einem bereits schwachen Start bis zum Mittag weiter im roten Bereich geblieben. Gegen 12:30 Uhr stand der Index bei 23.675 Punkten und damit 1,2 Prozent unter dem Schlussniveau des vorherigen Handelstags. An der Spitze der Kursliste rangierten Brenntag, Volkswagen und Bayer, am Ende Henkel, Rheinmetall und SAP.

„Die Investoren fangen jetzt langsam damit an, ihre bislang leicht positive Einschätzung zur weiteren konjunkturellen Entwicklung in der Eurozone zu ändern“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. Die Situation im Nahen Osten führe über die Energiepreise zu massiven Beeinträchtigungen der Weltwirtschaft. „Der bisherige Preisanstieg bei den Rohölsorten wirkt sowohl bei der Inflationsentwicklung als auch bei der grundsätzlichen Wirtschaftsleistung negativ auf viele Branchen.“ Am einfachsten lasse sich dies derzeit bei den Fluggesellschaften erkennen, die unter erheblich gestiegenen Kerosinpreisen leiden. „Diese Kausalität zieht sich durch weitere Sektoren, von der Logistik bis hin zur Chemiebranche.“

„Das größte Problem ist und bleibt weiterhin die Unsicherheit, und dadurch verpuffen Hilfsmaßnahmen wie eine potenzielle Auflösung von Ölreserven der Länder schnell“, so Lipkow. „Die Reaktionen können eine lang anhaltende Störung der Energieversorgung in Europa nicht auffangen. Energiepolitisch haben sich die meisten Länder in den vergangenen Jahren ins Aus geschossen. Jetzt müssen sie die Folgen in Kauf nehmen.“

Wenig hilfreich seien heute auch die Zahlen des Dax-Schwergewichts Rheinmetall. „Insgesamt hat der Rüstungskonzern zwar gute Zahlen vorgelegt, aber die Erwartungen der Investoren lagen noch um einiges höher“, so der Analyst. „Der Konzern verfügt zwar über volle Auftragsbücher, muss jedoch zugleich mit höheren Kosten und ausgelasteten Kapazitäten auskommen.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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