Haseloff warnt vor möglicher AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalts früherer Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat vor den Folgen einer möglichen AfD-Regierung nach der Landtagswahl Anfang September gewarnt. Die AfD „will ein anderes System“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstagausgabe).

Wenn beispielsweise die Schulpflicht abgeschafft würde, „dann wankt die komplette Ausbildung“, so Haseloff.

Staatsanwaltschaften müssten Weisungen aus dem Justizministerium beachten.

Haseloff erklärte, dass er keine Zusammenarbeit zwischen CDU und AfD nach der Wahl erwartet. „Ich bin nicht derjenige, der den nächsten Koalitionsvertrag aushandelt, aber Sven Schulze denkt in dieser Frage wie ich. Warum sollte die CDU mit einer Partei koalieren, deren oberstes Ziel es ist, die CDU zu zerstören?“, fragte er.

Der CDU-Politiker sagte weiter, die AfD habe auch deswegen stark werden können, weil die Demokratie so komplex geworden sei, „dass wir nicht mehr schnell genug auf Krisen reagieren können“.

Die AfD habe in vielen Schichten zugelegt.

„Arbeiter, Bürgerliche, Pensionäre und vor allem viele junge Leute trauen den Parteien der demokratischen Mitte nicht mehr viel zu und wählen ganz rechts.“

Viele Wähler, gerade im Osten, würden merken, dass die Bundesrepublik nicht mehr sei, was sie mal war. Statt des Stolzes direkt nach der Wiedervereinigung überwiege heute ein Gefühl der Ernüchterung.

„Die Deutschland AG gibt es an vielen Stellen nicht mehr, unsere Leitbranchen schmieren ab. Wir spüren, dass `Made in Germany` kein Selbstläufer mehr ist.“

Haseloff war im Januar als Ministerpräsident zurückgetreten und hatte das Amt an seinen Parteifreund und damaligen Wirtschaftsminister Sven Schulze übergeben, der bei der Wahl am 6. September für die CDU als Spitzenkandidat antritt.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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