Wirtschaftsweise Grimm fordert Rücknahme der Mütterrente und Abschaffung der Rente ab 63

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat zur Entlastung der Rentenkasse die Rücknahme der jüngsten Mütterrenten-Reform gefordert.

„Ich verstehe das Argument, dass man ältere und jüngere Mütter gleich behandeln will“, sagte Grimm der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe). „Andererseits ist die Maßnahme nicht finanzierbar. Die Mütterrente hilft auch nicht zielgenau gegen Altersarmut von Frauen. Man sollte das rückgängig machen.“ Viele, die heute die Mütterrente bekommen, seien bereits selbst oder über ihren Ehepartner gut abgesichert, sagte die Ökonomin. „Diese Mitnahmeeffekte können wir uns eigentlich nicht leisten.“

Auch die Vorruhestandsregeln sollten nach Ansicht der Siemens-Energy-Aufsichtsrätin fallen. „Wir sollten die sogenannte Rente ab 63 abschaffen. Sie verhindert keine Altersarmut, sondern wird von gutverdienenden Fachkräften genutzt“, sagte Grimm.

Mit Blick auf die Mehrwertsteuer-Debatte sagte die Beraterin von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), Deutschland habe ihrer Ansicht nach kein Einnahme-, sondern ein Ausgabenproblem. „Wir sollten die Subventionen auf den Prüfstand stellen und die sozialen Sicherungssysteme reformieren, hier kann man 90 bis 100 Milliarden Euro sparen“, so Grimm. „Die Regierung könnte Transfers im mittleren Einkommensbereich und Förderprogramme beim Klimaschutz reduzieren – hier sollten wir auf den Emissionshandel setzen. Der Einbau von Wärmepumpen ist in Deutschland etwa viel teurer als in anderen Ländern, wohl auch weil hier der Staat bis zu 70 Prozent übernimmt.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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