DIW-Präsident und Umwelthilfe kritisieren Pläne für höhere Pendlerpauschale

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hat sich kritisch zu einer möglichen Erhöhung der Pendlerpauschale angesichts hoher Benzinpreise geäußert.

„Die Erhöhung der Pendlerpauschale wäre ein ineffizientes und teures Instrument, das die sozialen Ungleichheiten weiter verschärfen dürfte“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Freitagsausgabe). „Viel wichtiger als der Benzinpreis sind für die meisten Menschen die hohen und steigenden Lebensmittelpreise.“ Die Bundesregierung solle ihre „Priorität auf Einsparungen beim Energieverbrauch von fossilen Energieträgern“ legen und die Menschen entlasten, die besonders dringend Hilfe benötigten.

Auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) äußerte scharfe Kritik an den Überlegungen und bezeichnete eine höhere Pendlerpauschale als „Steuergeschenk für Besserverdienende“. Robin Kulpa, Leiter der Bereiche Verkehr und Luftreinhaltung bei der DUH, sagte der „Rheinischen Post“: „Menschen mit einem Einkommen unter dem Steuerfreibetrag profitieren gar nicht von der Pendlerpauschale.“ Stattdessen sprach sich Kulpa für ein „bezahlbares Deutschlandticket für 29 Euro für die nächsten Monate“ aus und forderte die Einführung eines Tempolimits.

Laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung ist Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) offen für eine spürbare Anhebung der Pendlerpauschale von derzeit 38 Cent auf bis zu 45 Cent je Kilometer.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Corona-Schulschließungen: Mütter von Grundschulkindern reduzierten und Väter erhöhten ihre Arbeitszeit

    Schulschließungen und Einschränkungen des Präsenzunterrichts während der Pandemie haben vor allem bei Müttern von Kindern im Grundschulalter dazu geführt, dass sie ihre Arbeitszeit reduzieren. Das zeigt eine neue Untersuchung des…

    Bericht: Mutmaßlicher Kurier für Waffendepot soll Teil eines russischen Agenten-Netzwerks gewesen sein

    Die Spuren des Ende vergangener Woche bekannt gewordenen Waffendepots am Stadtrand von Berlin führen offenbar zu einem mutmaßlich von Russland gesteuerten Agenten-Netzwerk, das in mehreren europäischen Ländern aktiv gewesen sein…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert