Historischer Schritt: US-Oberst übernimmt Schlüsselposition in der Bundeswehr-Führung

Deutschland will die US-Armee eng in seine militärischen Führungsstrukturen einbinden. Ab dem kommenden Herbst soll ein namentlich noch nicht bekannter US-Oberst im Kommando Heer arbeiten, berichtet die „Welt“ (Donnerstagausgabe). Als stellvertretender Leiter der Abteilung Operationen, in der Einsätze geplant und militärische Entscheidungen vorbereitet werden, soll er eine Schlüsselposition bekommen. Damit rückt ein US-Offizier ins Zentrum der deutschen Landstreitkräfte.

Das Kommando Heer bestätigte den Schritt auf Anfrage der Zeitung. Ein Sprecher erklärte, im Oktober 2026 werde in der Operationsabteilung ein Dienstposten geschaffen, der für eine Besetzung durch einen US-Oberst vorgesehen sei. Ziel sei es, die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den USA weiter zu vertiefen und die gemeinsame Einsatzfähigkeit innerhalb der Nato zu optimieren.

Austauschprogramme seien etabliert, erklärte die Bundeswehr. Eine derart tiefe Einbindung in zentrale Führungsstrukturen ist jedoch außergewöhnlich.

Generalleutnant Christian Freuding, Inspekteur des Heeres, spricht von einem Ausbau der Zusammenarbeit beider Armeen. Die Integration eines hohen US-Offiziers in die Operationsabteilung sei auch Ausdruck des gegenseitigen, tiefen Vertrauens. Er selbst pflege enge Kontakte zu seinem US-Pendant, General Christopher Donahue, dem Oberbefehlshaber der US-Landstreitkräfte in Europa und Afrika; der Austausch sei kontinuierlich professionell und vertrauensvoll.

Auch die US-Seite unterstrich die strategische Dimension. Es gebe eine Vereinbarung zum Austausch von Offizieren auf „hochselektiver Basis“, teilte Armeesprecher Vonnie Wright mit. Der US-Offizier werde im Hauptquartier des deutschen Heeres eingesetzt und sich darauf konzentrieren, die Interoperabilität „zur Unterstützung von Nato- und bilateralen Anforderungen“ zu verbessern.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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