Prüf-Experten fordern DFB und DFL auf, halbautomatische Abseitserkennung SAOT auszusetzen

Drei Prüf-Experten fordern den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) auf, die in der Fußball-Bundesliga eingesetzte halbautomatische Abseitserkennung SAOT auszusetzen. Laut den Fachleuten kann es zu Messungenauigkeiten kommen, die bisher nicht berücksichtigt würden.

In einer Analyse, über die der „Spiegel“ berichtet, kommen sie zu dem Schluss, dass es einen Toleranzbereich geben müsste, ähnlich wie bei Blitzern im Straßenverkehr. Dieser sollte mindestens 20 Zentimeter betragen. Die Verantwortlichen des SAOT-Systems wiesen solche Forderungen auf Anfrage des „Spiegel“ zurück und wollen das System weiter wie gewohnt einsetzen. Bis vor Kurzem habe die DFL auf ihrer Webseite behauptet, dass sich mit der Technik eine „präzise, auf den Millimeter genaue Abseitsstellung bestimmen“ lasse. Diese Aussage sei nach einer Anfrage des Magazins verschwunden.

Seit dieser Saison erhält der Video Assistant Referee (VAR) in der Bundesliga Unterstützung durch die halbautomatische Abseitserkennung. Dabei ermittelt eine KI mithilfe von speziellen Tracking-Kameras, ob ein Spieler im Abseits steht. Es kommt zu vielen knappen Entscheidungen von wenigen Zentimetern. Das sei nicht zulässig, sagen die Experten, weil das System aufgrund unterschiedlicher Faktoren eine solche Genauigkeit nicht garantieren könne.

Auslöser für die Untersuchung war das Spiel von Union Berlin gegen den FC Bayern München im vergangenen November, als ein Treffer der Berliner wegen einer knappen Abseitsstellung aberkannt wurde. Norbert Barz, Fan von Union Berlin und ehemaliger Geschäftsführer der Deutschen Akkreditierungsstelle, ärgerte sich über die Entscheidung mithilfe des Video-Assistenten. Er brachte die Analyse auf den Weg, die er gemeinsam mit zwei weiteren Experten aus dem Prüfwesen, Michael Wolf und Thomas Facklam, erarbeitete.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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