Juli Zeh über Treffen mit Alice Weidel: „Müsste mich vorher fragen, ob ich dem angemessen standhalten kann“

Juli Zeh, Brandenburger Schriftstellerin und ehrenamtliche Verfassungsrichterin in Potsdam, würde auch mit AfD-Chefin Alice Weidel diskutieren. „Mich würde interessieren, was für ein Mensch sie ist, was hinter der Fassade steckt“, sagte Zeh dem Nachrichtenmagazin Focus.

Die Autorin steckt aber auch die Grenzen für so ein Treffen ab. Wenn es ein öffentliches Gespräch wäre, müsste sie sich vorher fragen, ob sie dem angemessen standhalten könne, denn so etwas sei mit viel Verantwortung verbunden, so die 51-Jährige. „Gerade bei Talkshow-Runden mit Leuten von der AfD erlebe ich immer wieder, dass man versucht, ihnen moralisch beizukommen, während aber in sachlicher Hinsicht die Vorbereitung der anderen Diskutanten nicht gut genug ist“, so Zeh. Damit verschaffe man aber „den Rechtspopulisten nur noch mehr Zuspruch, denn sie arbeiten ja mit Halbwahrheiten und unterkomplexen Parolen“. Das aufzubrechen, sei „nicht leicht“.

Trotzdem empfiehlt Zeh für den Umgang mit AfD-Anhängern generell: „Neugierig bleiben, hinschauen. Wir leben ja eben nicht in einer Diktatur, wo man schon dafür verhaftet wird, dass man mit den `falschen` Leuten ein Bier getrunken hat.“ Es gebe „keine Kontaktschuld“, das sei ein Phantom. „Und man wird nicht selbst zum AfD-Wähler, nur weil man sich von jemandem erzählen lässt, warum er eigentlich die AfD wählt.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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