Grünen-Fraktionschefin Dröge: Bundesregierung soll Microsoft-Lizenzen abschaffen und auf europäische Alternativen setzen

Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge fordert, dass Behörden nur noch digitale Dienste nutzen sollen, die nicht der Kontrolle oder dem Zugriff nicht-europäischer Regierungen unterliegen. Das schreibt sie in einem Positionspapier, aus dem der „Tagesspiegel“ berichtet.

Dabei gehe es ihr in erster Linie um digitale Souveränität, aber auch um die Stärkung des europäischen Marktes. „Wenn diese Infrastruktur von außereuropäischen Anbietern kontrolliert wird, wird Abhängigkeit zur demokratischen Schwachstelle“, schreibt sie. Sie verweist auf das Beispiel des Chefanklägers des Internationalen Strafgerichtshofs, der im Mai 2025 den Zugriff auf seine E-Mail-Konten verlor, nachdem die US-Regierung Sanktionen gegen ihn verhängt hatte und Microsoft den Zugang sperrte.

Gleichzeitig ließe sich durch den Umstieg auf Open-Source-Lösungen, wie er aktuell in Schleswig-Holstein praktiziert wird, viel Geld sparen. Die Bundesverwaltung gab 2025 481,4 Millionen Euro für Microsoft-Lizenzen aus. Im Vergleich zu 2023 habe sich dieser Wert beinahe verdoppelt.

Ihren Weggang von der Plattform X/Twitter verteidigt Dröge. Demokraten dürften diese „durch ihre Präsenz nicht länger legitimieren“. Sie mahnt aber an, es brauche strategische Förderung europäischer Alternativen. Die Plattform Tiktok hält sie aktuell indes für unverzichtbar: „Wer mit jungen Menschen kommunizieren will, ist aktuell auf Tiktok angewiesen. Diese Räume können Demokraten tatsächlich nicht allein den Rechtsextremen überlassen“, schreibt sie.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Bundeswehr: Panzerbrigade in Litauen ist zu 60 Prozent mit Personal besetzt

    Die für die Nato-Ostflanke vorgesehene Panzerbrigade 45 „Litauen“ ist zum Stand 31. Juli zu rund 60 Prozent mit Personal besetzt. Das berichtet die „Bild-Zeitung“ unter Berufung auf Angaben des Bundesverteidigungsministeriums.Der…

    US-Börsen freundlich: S&P 500 auf Rekordhoch, Nasdaq legt um 1,2 Prozent zu

    Die US-Börsen haben sich am Donnerstag schwankungsanfällig, aber am Ende freundlich gezeigt. Der Dow fuhr Achterbahn, nach einem schnellen Anstieg ging es zuerst in den roten Bereich und dann wieder…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert