Kassenreform: GKV-Spitzenverband kritisiert geplante Einsparungen bei Arzneimittelausgaben als zu gering

In der Debatte um die geplante Krankenkassenreform von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) warnt die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Stefanie Stoff-Ahnis, davor, die Einsparungen bei der Pharmaindustrie zu gering ausfallen zu lassen.

„Arzneimittel sind nach den Krankenhäusern der zweitgrößte Kostenblock in der gesetzlichen Krankenversicherung und die Pharmaindustrie verdient daran blendend“, sagte Stoff-Ahnis der „Rheinischen Post“. Umso unverständlicher sei es, dass die Politik die Sparbeiträge der Pharmaindustrie zur Stabilisierung der GKV-Beitragssätze im Vergleich zu dem Vorschlag der Finanzkommission Gesundheit wieder verringern wolle, so die GKV-Vize.

Nach GKV-Angaben sind die Ausgaben für Arzneimittel von 2012 bis 2025 um 118 Prozent auf rund 59 Milliarden Euro gestiegen. „Die steigenden Ausgaben für Arzneimittel sind seit Langem eine enorme Herausforderung für die Solidargemeinschaft. Die jetzt geplante Reform ist ein Schonprogramm für die Pharmaindustrie“, sagte Stoff-Ahnis. Wenn die Politik keine wirksamen Regeln schaffe, mit denen man die steigenden Arzneimittelkosten in den Griff bekomme, dann bezahlten das am Ende Versicherte und Arbeitgeber mit noch höheren Krankenkassenbeiträgen.

Stoff-Ahnis pochte vor diesem Hintergrund auf die Einführung eines sogenannten dynamischen Herstellerrabatts, der bei der Pharmaindustrie auf erheblichen Widerstand gestoßen war. Der dynamische Herstellerabschlag sei ein „Sicherheitsnetz“ für die Beitragszahler gegen steigende Belastungen, sagte sie. Wer dieses Sicherheitsnetz zerschneide, nehme weiter steigende Krankenkassenbeiträge in Kauf. Der dynamische Herstellerabschlag ermögliche weiterhin steigende Einnahmen der Pharmaindustrie, verhindere aber eine Überforderung der Versicherten und Arbeitgeber, die das am Ende über ihre Krankenkassenbeiträge bezahlen müssten, so Stoff-Ahnis.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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