Dax startet freundlich in den Handelstag und baut neues Rekordhoch aus

Der Dax ist am Freitag freundlich in den Handelstag gestartet und hat seinen neuen Rekordwert vom Donnerstag weiter ausgebaut. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.745 Punkten berechnet, 0,7 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag.

„Auf den ersten Blick haben ein US-Arbeitsmarktbericht, der Zinsängste zerstreute, und ein Reformpaket, das die Beschlussfähigkeit der Bundesregierung demonstriert, den Dax auf ein neues Rekordhoch steigen lassen“, sagte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank. „Gerade zyklische Werte standen ganz oben auf der Liste der Kursgewinner. Während der Ölpreis schon länger niedrig ist und eine Lösung im Irankonflikt schon länger in Aussicht steht, stellt sich die Frage: Warum gerade jetzt?“

„Über den Tag hinweg befanden sich Privatanleger durchweg in Short-Positionen. Viele dürften dem Dax inmitten des umsatzschwachen Sommerhandels keinen Ausbruch auf ein neues Rekordhoch zugetraut haben. Der Blick unter die Motorhaube der Börse offenbart also den Grund, warum der Anstieg gerade jetzt passierte. Der Dax erlebte inmitten des umsatzschwachen Sommerhandels einen Short Squeeze. Mit den über die alten Hochs steigenden Kursen wurden also Absicherungspositionen gegen fallende Kurse automatisch aufgelöst. Das erzeugte zusätzlichen Kaufdruck auf dem Weg nach oben.“

„Der Ausbruch wurde durch eine beginnende Sektorrotation begünstigt. Wir sehen Gewinnmitnahmen bei Technologie- und KI-Aktien – also den Favoriten der letzten Monate – und neues Interesse an dem, was nicht gut gelaufen ist: Gold, Bitcoin und zyklische Aktien. Offenbar sind die Bewertungen der Technologieaktien vielen Anlegern nicht mehr geheuer, und sie suchen nun ihre Chancen in Nachzüglern, die in Sachen Kurs-Gewinn-Verhältnis ein besseres Chance-Risiko-Profil aufweisen“, sagte Stanzl.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Freitagmorgen etwas stärker: Ein Euro kostete 1,1455 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8730 Euro zu haben.

Der Goldpreis konnte deutlich profitieren, am Morgen wurden für eine Feinunze 4.175 US-Dollar gezahlt (+1,4 Prozent). Das entspricht einem Preis von 117,18 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis stieg unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagmorgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 71,98 US-Dollar, das waren 18 Cent oder 0,3 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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