Die Wohngemeinschaft U7 in Halle hat ihren Räumungsprozess vor dem Amtsgericht mit einem Vergleich beendet und darf in ihrer Wohnung bleiben. Das teilte die Initiative U7 bleibt am Dienstag mit.
Nach einem neunstündigen Verhandlungstag einigten sich die Bewohner und der Vermieter auf einen neuen Mietvertrag, der die gemeinschaftliche Wohnform der WG anerkennt und den Wechsel von Mietern ermöglicht.
Der Vermieter war mit dem Ziel vor Gericht gezogen, die WG aufzulösen und die Wohnung komplett neu zu vermieten. Im neuen Vertrag wird den Bewohnern nun das Recht eingeräumt, selbstständig neue Mitbewohner nachzubesetzen.
Der Vermieter hatte zunächst unter anderem die Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses für neue Mieter gefordert, was die WG als unrechtmäßig ablehnte. Die strittigen Mietminderungen der WG wurden bis auf einen Betrag von 1.000 Euro erlassen, der nun an ein Kinderhospiz gespendet wird.
Als Teil des Vergleichs steigt die Kaltmiete von 8,29 Euro auf 10 Euro pro Quadratmeter.
Die Bewohnerin Juliane bezeichnete die Mieterhöhung als „Wehrmutstropfen“, da der Zustand der Wohnung den neuen Preis nicht rechtfertige. Dennoch zeigte sie sich zufrieden: „Wir haben uns erfolgreich gegen die Verdrängung gewehrt und können nun auf Dauer in unserer Wohnung bleiben.“ Die Initiative betonte, dass der Erfolg ohne öffentlichen Druck und Protest nicht möglich gewesen sei, und forderte zugleich politische Lösungen wie eine Mietpreisbremse.
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