Miersch offen für Debatte über Legalisierung von Leihmutterschaft – mit klaren Bedingungen

SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hat sich offen für eine Debatte über die Legalisierung der Leihmutterschaft gezeigt. Vorrangig sollten aus seiner Sicht jedoch Pflege und Adoption stärker gefördert werden: „Schon heute gibt es viele Kinder, die Pflege- oder Adoptiveltern suchen“, sagte Miersch den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagausgaben).

Der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten verwies auf „wirklich schöne Beispiele von queeren Eltern“, die Pflege- oder Adoptivkinder aufgenommen hätten. „Das ist ein Weg, der schon heute offensteht und den wir stärker sichtbar machen sollten.“

Eine Diskussion über die Leihmutterschaft schloss Miersch grundsätzlich nicht aus. Diese dürfe jedoch nicht mit dem Rücktritt des bisherigen Unionsfraktionschefs Jens Spahn (CDU) vermischt werden. „Ich möchte das nicht am Fall von Jens Spahn festmachen, das wäre unangemessen gegenüber seiner privaten Situation“, sagte Miersch. Grundsätzlich gelte: „Koalitionen müssen in der Lage sein, auch über Themen zu sprechen, die zu Beginn der Legislaturperiode noch nicht auf der Tagesordnung standen.“ In der vergangenen Legislaturperiode habe es bereits eine Fachkommission gegeben, „auf deren Ergebnissen man aufbauen könnte, falls diese Debatte irgendwann geführt wird“.

Für eine mögliche Legalisierung nannte Miersch zugleich klare Bedingungen. „Wichtig ist mir, dass finanzielle Abhängigkeiten ausgeschlossen werden und kein Missbrauch entsteht.“

Mit Blick auf Spahns Rücktritt zeigte sich der SPD-Spitzenpolitiker persönlich bewegt. „Ich wünsche ihm persönlich alles Gute. Wie seine Zukunft aussieht, entscheidet er selbst“, sagte Miersch. Trotz großer politischer Unterschiede hätten beide in den vergangenen Monaten „sehr eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet“. „Deshalb haben mich die vergangenen Tage nicht kaltgelassen.“

Ob Spahns Rücktritt richtig gewesen sei, müsse dieser selbst entscheiden, sagte Miersch. „Ich habe den Eindruck gewonnen, dass bestimmte Themen innerhalb der Union eine Dynamik entwickeln, bei der es irgendwann kein Zurück mehr gibt.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Thorsten Frei verteidigt geplante Abschaffung der Rente mit 63

    Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei (CDU), hat die von der Alterssicherungskommission vorgeschlagene Abschaffung der Rente mit 63 gegen Kritik aus der eigenen Partei verteidigt. „Was die Rente…

    Carsten Schneider warnt vor Angstdebatte über AfD

    Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat angesichts der hohen Umfragewerte der AfD vor einer Angstdebatte über die Partei gewarnt. „Je mehr man darüber spricht und Angst erzeugt, desto mehr Aufmerksamkeit bekommt…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert