Kanzler in der Krise: Politikwissenschaftler sieht kaum Alternativen zu Merz und warnt vor „Rohrbruch“

Trotz wachsender Kritik innerhalb der CDU sieht der Politikwissenschaftler Constantin Wurthmann derzeit keine unmittelbare Gefahr für die Kanzlerschaft von Friedrich Merz (CDU). Parteivorsitzende oder Kanzler hielten sich, wenn sie innerhalb der Partei genügend Unterstützung hätten und es keine Alternativen gebe, sagte Wurthmann der „Rheinischen Post“. Für Merz spreche, dass es innerhalb der Unionsfamilie nur wenige gebe, die Erfahrung und Rückhalt hätten, um die Kanzlerschaft zu übernehmen.

Die Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU) und Markus Söder (CSU) hätten zwar Ambitionen, so der Parteienforscher von der Universität Mainz. „Aber ich habe Zweifel, dass die CDU Söder kampflos die Kanzlerschaft überließe oder die SPD dies mittragen würde“, sagte Wurthmann.

Gleichzeitig bescheinigte der Politikwissenschaftler dem Kanzler ein erhebliches Problem bei der Erfüllung der eigenen politischen Versprechen. Der Kanzler habe im Vorfeld viel versprochen und am Ende zu wenig gehalten, sagte Wurthmann. Wer mit einem solchen Erwartungsmanagement arbeite, es aber nicht erfülle, erleide „notwendigerweise Schiffbruch“. Merz habe seinen Vorgänger Olaf Scholz mal als „Klempner der Macht“ bezeichnet. Er selbst scheine, um in seinen Worten zu bleiben, zum „Rohrbruch“ zu werden.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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