Gesamtmetall-Chef Zander: Rente mit 63 nicht finanzierbar, fordert massive Einsparungen im Gesundheitswesen

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hat sich im Streit um die „Rente mit 63“ gegen die von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) befürwortete Übergangszeit von fünf Jahren bis zur Abschaffung ausgesprochen.

„Das ist schlicht nicht finanzierbar“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Oliver Zander, dem „Handelsblatt“. Zur Forderung der Ost-Ministerpräsidenten, die die „Rente mit 63“ behalten wollen, sagte er: „Die haben völlig ausgeblendet, dass die Höherwertung der Ostrenten jedes Jahr fast 40 Milliarden Euro kostet – und das aus Beitragsmitteln, die zu 80 Prozent aus Westdeutschland erbracht werden.“

„Trotz aller Reformen drohen die Sozialversicherungsbeiträge schon 2028 auf 45 Prozent und für Kinderlose mit einem mitversicherten Ehepartner auf 48 Prozent zu steigen“, warnte Zander. Aktuell sind es 42,3 beziehungsweise 43,1 Prozent. Den größten Handlungsbedarf sieht Zander bei den Kosten der Krankenversicherung: „Diese überholen immer mehr die der Rente – 2000 lag der Beitragssatz der Krankenversicherung bei 13,6 Prozent, 2026 sind es 17,5 Prozent. Damit hat sich der Anteil der Krankenversicherung am Gesamtsozialversicherungsbeitrag von 33 Prozent auf 41 Prozent erhöht.“ Nötig seien daher „massive Einsparungen bei Ärzten, Krankenhäusern und Pharmaindustrie“.

Es sei „kein Zufall, dass Investoren massiv in diese Bereiche drängen, weil dort so viel Geld verdient wird – auf Kosten der Beitragszahler“. Auch seien Ärzte und Krankenhäuser die einzige Branche, die aus Beitragsmitteln eine Pauschale für das Vorhalten von EDV-Systemen zur Abrechnung erhalte.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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