Ökonom: Russlands Kriegsausgaben laufen aus dem Ruder

Russlands Ausgaben für Rüstung und Armee sind trotz Sparvorgaben im Jahr 2026 bislang ungebremst gestiegen. Das berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf eine aktuelle Auswertung des „Russian Budget Monitors“ von Janis Kluge, Ökonom und Russlandexperte der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP).

Im ersten Halbjahr sind die Militärausgaben demnach um 30 Prozent auf 10,7 Billionen Rubel gestiegen (umgerechnet etwa 107 Milliarden Euro). Damit entsprechen die Rüstungsausgaben allein bis Ende Juni 4,7 Prozent der für das Gesamtjahr erwarteten Wirtschaftsleistung.

Sollte sich diese Entwicklung im gleichen Tempo auch in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen, dürften die Rüstungsausgaben bis Dezember mehr als neun Prozent des russischen Bruttoinlandsprodukts erreichen, ein neuer Rekord in der postsowjetischen Geschichte Russlands, sagte Kluge dem „Spiegel“.

Ziel der russischen Regierung war ursprünglich, den Anstieg der Militärausgaben zu stoppen. Verteidigungsminister Andrej Beloussow hatte versprochen, sie zu stabilisieren oder sogar zu kürzen. Es sei ein sehr ambitioniertes Ziel gewesen, das selbst bei einem Waffenstillstand kaum zu erreichen gewesen wäre, so Kluge. Trotzdem sei es eine Überraschung, dass der Anstieg der Ausgaben so drastisch ausfalle. Der Krieg entwickele sich gerade für Putin grundsätzlich in die falsche Richtung.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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