BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht ruft CDU-Wähler und Kanzler-Kritiker in Mecklenburg-Vorpommern dazu auf, aus taktischen Gründen das BSW zu wählen. „Mecklenburg-Vorpommern kann Merz stürzen“, sagte Wagenknecht dem Nachrichtenportal T-Online. „Wenn wir einziehen und die CDU aus dem Landtag fliegt, ist Merz Geschichte.“
In Sachsen-Anhalt hätten viele CDU-Wähler BSW gewählt, argumentierte Wagenknecht. „Wiederholen wir das, ist Merz weg. Wer Merz ablösen will, sollte BSW wählen.“ Ein zweites Ziel des BSW in Mecklenburg-Vorpommern sei die Verhinderung von Rot-Rot-Grün, so Wagenknecht. Nur wenn das BSW in den Landtag einziehe, gebe es die Chance, dass die aktuell im Land regierende Koalition aus SPD und Linke keine „Laufzeitverlängerung“ durch Rot-Rot-Grün bekomme. „Wir brauchen stattdessen einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der mit wechselnden Mehrheiten regiert – auch unter Einbeziehung der AfD“, so Wagenknecht weiter.
Das BSW stand in Mecklenburg-Vorpommern in Umfragen in den vergangenen Wochen bei vier bis fünf Prozent Zustimmung, muss also um den Einzug in den Landtag bangen. Die CDU verbuchte im selben Zeitraum sechs bis zehn Prozent, Tendenz sinkend. Stärkste Parteien sind AfD und SPD. Kanzler Friedrich Merz (CDU) gilt als angeschlagen. In seiner Partei kursieren Medienberichten zufolge Pläne, ihn zu ersetzen. Ob dieser Schritt aber auch nach einem Wahldebakel für die CDU am nächsten Sonntag, wenn Mecklenburg-Vorpommern und Berlin wählen, tatsächlich gegangen wird, ist unklar.
Einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Infratest zur Wählerwanderung bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sind rund 12.000 Wähler von der CDU zum BSW gewechselt.
Foto: via dts Nachrichtenagentur

