Pendlerströme der Azubis in Sachsen-Anhalt steigen

In Sachsen-Anhalt gibt es mehr aus- als einpendelnde Azubis. Das teilte die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mit.

Demnach pendeln 3.984 Lehrlinge täglich zu einem Ausbildungsplatz in andere Bundesländer.

Das sind 149 mehr als vor fünf Jahren. Nach Sachsen-Anhalt pendeln 2.178 Azubis, ebenfalls 149 mehr als vor fünf Jahren.

Dieser Negativsaldo wird als wachsende Herausforderung für die regionale Wirtschaft beschrieben, weil mit jedem auspendelnden Lehrling eine Fachkraft von morgen verloren gehen kann.

Von den 3.984 Auspendlern sind 2.425 männlich und 1.559 weiblich. Bei den 2.178 Einpendlern sind 1.365 männlich und 813 weiblich.

Die Regionaldirektion erklärt das Geschlechtergefälle unter anderem damit, dass industrielle und handwerkliche Ausbildungsstätten häufig außerhalb der Region liegen und mehrheitlich von jungen Männern gewählt werden.

Die drei stärksten Branchen der Auspendler sind das verarbeitende Gewerbe mit 684 Azubis, das Gesundheits- und Sozialwesen mit 589 und der Handel, die Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen mit 559. Bei den Einpendlern führt das Gesundheits- und Sozialwesen mit 327, gefolgt vom Baugewerbe mit 319 und dem verarbeitenden Gewerbe mit 314.

Die meisten Azubis, die nach Sachsen-Anhalt einpendeln, stammen aus der Stadt Leipzig mit 437, aus Nordsachsen mit 179 und aus dem Landkreis Leipzig mit 131. Die meisten Azubis, die aus Sachsen-Anhalt auspendeln, gehen in die Stadt Leipzig mit 648, nach Berlin mit 228 und nach Nordsachsen mit 225.

Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit, sagte: „Wenn vor allem junge Männer für die Ausbildung Sachsen-Anhalt verlassen, verpassen wir die Chance, sie frühzeitig an unsere regionalen Unternehmen zu binden. Unsere Betriebe bieten hervorragende Bedingungen vor der Haustür. Die Aufgabe sollte es deshalb für uns alle sein, diese Angebote für die Jugendlichen noch sichtbarer zu machen. Dabei spielt auch der Ausbau des ÖPNV in ländlichen Regionen eine entscheidende Rolle. Jeder Auspendler weniger ist ein Gewinn für die dringend notwendige Fachkräftesicherung in der Region.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Rheinland-Pfalz führt MPK-Vorsitz um ein weiteres Jahr fort

    Die Regierungschefs der Länder haben beschlossen, dass Rheinland-Pfalz den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) um ein weiteres Jahr fortführt. Das teilte die rheinland-pfälzische Staatskanzlei am Donnerstag mit. Die Reihenfolge der Vorsitzländer…

    Yasmin Fahimi: DGB wird auch bei AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt nicht kooperieren

    Die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi will weiterhin nicht mit der AfD zusammenarbeiten, auch wenn die Partei in Sachsen-Anhalt den Ministerpräsidenten stellen sollte. „Es wird keine politischen Kooperationen des DGB mit der…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert