Dax hält 25.460 Punkte: Ölpreis fällt, Gold steigt, US-Daten und Iran-Konflikt im Fokus

Der Dax ist am Freitag nach einem bereits freundlichen Start in den Handelstag bis zum Mittag weiter im grünen Bereich geblieben. Gegen 12:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.460 Punkten berechnet, 0,8 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag.

„Die Vorgaben aus Asien fallen überschaubar aus“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. „Wegen der Feiertage in China und Südkorea blieben wichtige Handelsplätze geschlossen. In Japan profitieren Exportwerte zwar vom weiterhin schwachen Yen, gleichzeitig entwickeln sich die steigenden Renditen japanischer Staatsanleihen zunehmend zum Bremsklotz für den Aktienmarkt.“

„In Europa könnten dagegen neue diplomatische Signale im Iran-Konflikt für etwas Entlastung sorgen. Gespräche über eine mögliche Wiedereröffnung der Straße von Hormus könnten insbesondere den zuletzt stark gestiegenen Ölpreisen etwas Druck nehmen. Für die Anleger bleibt das ein entscheidender Faktor. Jede Entspannung am Ölmarkt reduziert unmittelbar die Inflationssorgen und damit auch den Druck auf die Anleiherenditen.“

„Vor dem Wochenende dürften die Investoren dennoch vorsichtig und sehr selektiv agieren. Energiepreise und Renditen bleiben die beiden entscheidenden Taktgeber für den Aktienmarkt. Gleichzeitig fällt das GfK-Konsumklima mit -30,6 Punkten deutlich schwächer aus als die erwarteten -27,2 Punkte. Die Konsumzurückhaltung in Deutschland bleibt damit ausgeprägt und könnte die Aktien aus konsumnahen Branchen belasten.“

„Vom Treffen zwischen den USA und China hatten sich viele Anleger mehr versprochen. Große Durchbrüche blieben aus, immerhin wurde der bestehende Handelsfrieden bis Januar verlängert. Gerade in der aktuellen Situation ist das nicht zu unterschätzen. Manchmal ist es für die Börse bereits eine gute Nachricht, wenn keine neue schlechte hinzukommt. Die Beziehungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften bleiben damit zumindest vorerst eine der wenigen geopolitischen Konstanten.“

„Die globalen Aktienmärkte als sinnbildliche Schnellstraßen sind durch immer neue Baustellen zu einem Kreisverkehr geworden. Energiepreise, Anleiherenditen, Inflation, Nahost-Konflikt und Konjunktursorgen lassen die Anleger von einem Thema zum nächsten fahren, ohne dass sich bislang eine klare Richtung herausbildet. Für eine nachhaltige Ausfahrt braucht es deshalb nicht zwingend neue positive Impulse – zunächst müssten einige der bestehenden Belastungsfaktoren verschwinden.“

„Am Nachmittag richtet sich der Blick auf das Konsumklima der Universität Michigan und die US-Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter. Nachdem sich die jüngsten Einkaufsmanagerindizes robust präsentiert hatten, werden die Anleger genau darauf achten, ob auch die Industriedaten die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft bestätigen. Dabei bleibt das bekannte Dilemma bestehen: Zu starke Daten könnten erneut die Renditen treiben und damit aus einer guten Konjunkturnachricht schnell wieder eine Belastung für den Aktienmarkt machen“, sagte Lipkow.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Freitagnachmittag etwas stärker: Ein Euro kostete 1,1398 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8773 Euro zu haben.

Der Goldpreis konnte profitieren, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 4.306 US-Dollar gezahlt (+0,6 Prozent). Das entspricht einem Preis von 121,47 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis sank unterdessen deutlich: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagnachmittag gegen 12 Uhr deutscher Zeit 105,30 US-Dollar, das waren 135 Cent oder 1,3 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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