Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hat das Treffen von Außenminister Johann Wadephul (CDU) und seinem russischen Amtskollegen Sergei Lawrow in New York kritisiert.
„Ich sehe das Treffen sehr kritisch. Im Nachhinein wäre ein Telefonat klüger gewesen. Denn das Ergebnis bleibt das Gleiche“, sagte Kieswetter der FAZ. „Jetzt wird wieder einmal aus innenpolitischen Gründen das Argument verwendet, man sei ja gesprächsbereit mit Russland. Das hilft allerdings nur kurzfristig selbsttherapeutisch all denen, die glauben, man könne mit Russland verhandeln. Diesen Glauben hat Lawrow, wie immer, lächerlich gemacht.“
Es sei weder für die Ukraine etwas erreicht worden noch für die deutsche Sicherheit, sagte der CDU-Politiker der FAZ weiter. Im Gegenteil: Die Staaten zwischen Deutschland und Russland erlebten den „alten Albtraum“ einer Kommunikation zwischen Deutschland und Russland über ihre Köpfe und den der Ukraine hinweg. Das Treffen hinterlasse den Eindruck eines deutschen Sonderwegs. „Die deutsche Außenpolitik hat damit leider nichts erreicht außer falscher Hoffnungen und Verwirrung.“
Der SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner lobte das Treffen hingegen. Das Signal sei: „Die Europäer sind noch da“, sagte Stegner der FAZ. Es sei klar, dass es nach so einem ersten Gespräch kein direktes Entgegenkommen gebe; trotzdem sei es wichtig, dass man die Diplomatie nicht allein den USA überlasse. Auch innenpolitisch ist das Gespräch laut Stegner ein wichtiges Signal. Man dürfe solche Fragen nicht allein dem BSW und der AfD überlassen, sagte er. Auch die Einladung Putins zum G20-Gipfel durch Amerikas Präsident Donald Trump im Dezember könne eine Chance sein.
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