Universitätsmedizin Halle bündelt Intensivmedizin in neuem Zentrum

In Halle (Saale) bündelt die Universitätsmedizin Halle ab dem 1. Oktober ihre intensivmedizinischen Kompetenzen in einem neuen Zentrum für Intensivmedizin (ZIM). Das teilte die Universitätsmedizin Halle am Donnerstag mit.

Das Zentrum besteht aus sechs High-Care- und zwei Intermediate-Care-Stationen mit insgesamt 128 Betten, die künftig unter einem gemeinsamen Dach geführt werden.

Ärzte und Pflegepersonal der Fachrichtungen Anästhesiologie, Neurologie, Innere Medizin, Chirurgie und Pädiatrie sollen schwer erkrankte Patienten gemeinsam nach einheitlichen medizinischen Standards behandeln. Dadurch sollen vorhandene Strukturen, Kompetenzen und Behandlungsmöglichkeiten zu einem Versorgungsverbund vernetzt werden.

Die Universitätsmedizin erfüllt nach eigenen Angaben von Beginn an die Kriterien für die angestrebte Zertifizierung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss. Zugleich soll die Gründung die regionale Steuerung und Versorgung intensivpflichtiger Patienten im Flächenland Sachsen-Anhalt stärken.

Der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des Universitätsklinikums Halle (Saale), Matthias Janda, erklärte, mit der Zentrumsgründung stelle die Universitätsmedizin die Weichen für eine Intensivmedizin, die vernetzt denke, gemeinsam handle und über Fachgrenzen hinauswirke.

Für Patienten ergeben sich nach Angaben der Universitätsmedizin spürbare Vorteile, besonders bei komplexen Krankheitsverläufen mit Beteiligung mehrerer Fachbereiche. Eine effiziente Zuweisung der Spezialisten könne wichtige Prozesse beschleunigen, Entscheidungen würden gemeinsam getroffen und die Behandlung präziser auf die individuelle Situation abgestimmt.

Einheitliche Behandlungspfade, Verfahrensstandards und interdisziplinäre Fallkonferenzen sollen die Zusammenarbeit über Fach- und Klinikgrenzen hinweg verbessern. Ärztliche Intensivkoordinatoren sollen Aufnahme- und Verlegungsprozesse innerhalb des Universitätsklinikums sowie mit peripheren Krankenhäusern abstimmen.

Patienten sollen von einer rund um die Uhr sichergestellten Aufnahmebereitschaft, weniger Versorgungsbrüchen und einer Behandlung nach einheitlich hohen Qualitätsstandards profitieren. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau telemedizinischer Angebote.

Der Direktor der Universitätsklinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Michael Bucher, erklärte, hoch spezialisierte intensivmedizinische Expertise dürfe nicht an räumliche Grenzen gebunden sein; über eine telemedizinische Infrastruktur sollten Wissen und Erfahrung dorthin gebracht werden, wo sie gebraucht würden. Neben der Patientenversorgung sollen auch Qualitätssicherung, Fort- und Weiterbildung sowie Forschung gestärkt werden, um neue wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die klinische Praxis zu übertragen und eine gezielte Weiterbildung der Mitarbeiter zu ermöglichen.

Foto: Universitätsmedizin Halle via dts Nachrichtenagentur

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