Abschiebungen in Berlin scheitern besonders häufig – Haftplätze bundesweit rückläufig

Die Bundesländer setzen Abschiebungen von ausreisepflichtigen Ausländern offenbar unterschiedlich um. Das geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion hervor, aus der die „Welt“ berichtet. Demnach scheitern Abschiebungen in einigen Ländern deutlich häufiger als in anderen. Gleichzeitig ist die Zahl der Plätze für Abschiebungshaft bundesweit zuletzt gesunken.

Besonders auffällig sind die Unterschiede bei fehlgeschlagenen Abschiebungen im ersten Halbjahr 2026. In Berlin wurden 564 Menschen abgeschoben, zugleich scheiterten 4.538 Abschiebungen. In Baden-Württemberg standen 1.405 Abschiebungen 1.834 gescheiterten Rückführungen gegenüber. Abschiebungen können etwa daran scheitern, dass Betroffene nicht angetroffen werden oder erforderliche Dokumente fehlen.

Insgesamt wurden bundesweit im ersten Halbjahr 2026 laut Bundesinnenministerium 9.663 Menschen abgeschoben. Die Zahlen unterscheiden sich jedoch deutlich zwischen den Ländern. Das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen veranlasste mit 1.931 Abschiebungen die meisten erfolgreichen Rückführungen, der Stadtstaat Bremen kam auf 51.

Auch im Verhältnis zur Zahl der Ausreisepflichtigen zeigen sich Unterschiede. In Hessen lebten zum Stichtag 31. Dezember 2025 insgesamt 13.405 Ausreisepflichtige, im ersten Halbjahr 2026 wurden dort 914 Menschen abgeschoben. In Brandenburg standen zum selben Stichtag 8.567 Ausreisepflichtigen lediglich 73 Abschiebungen im ersten Halbjahr 2026 gegenüber.

Zugleich ist die Zahl der Plätze für Abschiebungshaft und Ausreisegewahrsam rückläufig. Ende Juni 2026 waren nach Angaben des Ministeriums bundesweit 758 Plätze verfügbar, nach 810 Ende Dezember 2025. Bayern verfügte mit 260 Plätzen über die höchste Kapazität. Einige Länder unterhalten hingegen weiterhin keine eigenen Einrichtungen. Dabei übersteigt die Nachfrage das Angebot deutlich. Im ersten Halbjahr 2026 fragten Länder und Bundespolizei beim gemeinsamen Zentrum zur Unterstützung der Rückkehr in 640 Fällen die Vermittlung eines Haft- oder Gewahrsamsplatzes an. Nur in 153 Fällen konnte ein Platz vermittelt werden.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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