Am Dienstag hat der Dax zugelegt. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 25.449 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Nach einem freundlichen Start konnte der Dax im Tagesverlauf seine Zugewinne halten.
Auch wenn der Dax heute ein Plus verzeichnen konnte, schalteten die Anleger vor dem Beginn der US-Berichtssaison einen Gang zurück, kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. „Sinkende Energiepreise und eine Verschnaufpause bei den Anleiherenditen sorgen zwar für Entlastung, die Bereitschaft zu größeren Risiken bleibt jedoch gering. Die Anleger wollen investiert bleiben, aber nicht mehr jedes Risiko mitnehmen.“
Auch die ADP-Daten zum US-Arbeitsmarkt würden daran wenig ändern, so Lipkow. „Mit 23.750 neuen Stellen fielen sie zwar etwas besser aus als erwartet, liefern aber angesichts der zuletzt widersprüchlichen Signale vom US-Arbeitsmarkt keine klare Orientierung. Nach den schwachen offiziellen Arbeitsmarktdaten vom Freitag bleibt die Unsicherheit über die tatsächliche Verfassung hoch.“
In der Eurozone enttäuschten die Einzelhandelsumsätze mit einem Plus von lediglich 0,1 Prozent, erklärte der Analyst. „Die grundsätzliche Erholung des Konsums bleibt damit zwar intakt, hohe Energiepreise bremsen jedoch die Dynamik. Genau hier liegen derzeit die beiden größten Schmerzpunkte der Anleger: bei den langfristigen Anleiherenditen und im Nahen Osten mit seinen direkten Auswirkungen auf Energiepreise und Inflation.“
Den nächsten wirklichen Belastungstest liefere deshalb die beginnende Berichtssaison. „PepsiCo und Delta Air Lines geben in dieser Woche erste Einblicke, während die Vorabdaten von TSMC vor allem für den Technologiesektor wichtig werden“, so Lipkow. „Nach Wochen der Makroökonomie müssen jetzt zunehmend die Unternehmensgewinne die Argumente für weiter steigende Aktienkurse liefern. Bis dahin dürfte sich der Handel weiter in vergleichsweisen ruhigen Bahnen bewegen.“
Bis kurz vor Handelsschluss standen die Papiere von Hochtief und Continental an der Spitze der Kursliste. Das Schlusslicht bildeten die Rheinmetall-Aktien.
Unterdessen stieg der Gaspreis: Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im November kostete 75 Euro und damit drei Prozent mehr als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund 12 bis 15 Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.
Der Ölpreis sank unterdessen deutlich: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Dienstagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 98,37 US-Dollar, das waren 195 Cent oder 1,9 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstagnachmittag stärker: Ein Euro kostete 1,1266 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8876 Euro zu haben.
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