Der Chef der Jungen Union, Johannes Winkel (CDU), erhöht den Druck auf Kanzler Friedrich Merz und warnt davor, die geplante Rentenreform abzuschwächen. „Sowohl die Junge Gruppe unserer Abgeordneten als auch die Gesamtfraktion kämpfen für diese Reform“, sagte Winkel dem „Spiegel“. Wer sich dem mit „Populismus der billigsten Sorte“ entgegenstelle, werde erleben, dass der „Protest gegen das falsche Rentenpaket im vergangenen Jahr nur ein Vorgeschmack auf den Einsatz“ gewesen sei, mit dem man jetzt für die Umsetzung dieser Reform kämpfen werde.
Scharfe Kritik äußerte der JU-Chef auch an der SPD sowie den Ost-Ministerpräsidenten Sven Schulze, Mario Voigt und Michael Kretschmer. Die CDU-Regierungschefs lehnen die Abschaffung der sogenannten Rente mit 63 ab, die Teil der Vorschläge der Rentenkommission ist. „Die drei waren anfangs voll des Lobes für das gesamte Rentenpaket“, sagte Winkel. Dann habe der Wahlkampf in Sachsen-Anhalt vor der Tür gestanden, und nur wenige Wochen nach dem Lob sei plötzlich der Protest gekommen. Glaubwürdigkeit sei in der Politik aber „das höchste Gut“, mahnte der CDU-Politiker.
Auf die Frage, ob Merz noch der richtige Kanzler sei, sagte Winkel dem „Spiegel“: „Das muss er jetzt beweisen. Zur Wahrheit gehört: Bis jetzt hat das noch nicht hinreichend funktioniert.“
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