Unionsfraktionschef Frei kritisiert Umgang in der Koalition: „Verstörend, wenn wir Kompromisse kleinreden“

Der Unions-Fraktionsvorsitzende Thorsten Frei (CDU) hat sich irritiert über den Umgang in der Koalition gezeigt. Es gehe darum, für das Land gute Lösungen zu finden, die auch morgen und übermorgen noch überzeugend seien. „Ich finde es verstörend, wenn wir in der Koalition selbst diese Kompromisse kleinreden“, sagte Frei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitagausgabe). „Wie wollen wir denn dann andere von unseren Leistungen überzeugen?“

Frei hob allerdings auch hervor, dass er „bei den Sozialdemokraten ein klares Bekenntnis zur gemeinsamen Koalition“ sehe und ihn das zuversichtlich stimme. Es gebe zwar in seiner Fraktion Abgeordnete, die vor allem mit dem Tempo der Reformen sehr unzufrieden seien. Das könne er nachvollziehen, das gehe ihm oft auch so. „Aber jeder weiß, dass es jetzt nicht anders geht.“ Angesichts des demographischen Wandels und des Reformstaus „können wir uns keine Abenteuer erlauben“.

Mit Blick auf den Haushalt gab Frei sich zuversichtlich, dass es dafür eine Mehrheit gebe, auch wenn er „einige Zumutungen für die Fraktion“ enthalte. „Aber am Ende können wir nicht alle glücklich machen.“

Frei forderte die SPD auf, von einer Koalition mit der Linken in Berlin abzusehen. „Sondierungsgespräche mit einer extremistischen Partei in der Bundeshauptstadt sind ein Tiefpunkt“, so Frei. Es stimme ihn „nachdenklich, wenn unser Koalitionspartner überall dort, wo er Wahlmöglichkeiten hat, sich für die andere Seite entscheidet“.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    EU-China-Deal zu Autos: IW-Experte Matthes fordert Ausgleichszölle statt Mindestpreise und Quoten

    Die EU und China haben sich darauf verständigt, dass die Exportmengen chinesischer Hybridfahrzeuge zurückgehen und bei Elektroautos Mindestpreise greifen sollen.Die Einigung stößt auf Kritik in der Fachwelt. Ausgleichszölle auf chinesische…

    US-Sanktionen gegen Internationalen Strafgerichtshof: Hubig kritisiert Eskalation scharf

    Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat die Sanktionen der US-Regierung gegen den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) scharf kritisiert.„Heute ist ein finsterer Tag für das internationale Recht und die Idee einer regelbasierten Weltordnung“,…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert