Kerkeling über Petition für ihn als Bundespräsident: „Das wird für Diskussionen sorgen, die einer freien Gesellschaft guttun“

Der Autor und Komiker Hape Kerkeling hat sich gerührt über eine Petition gezeigt, mit der fast 155.000 Menschen dafür plädiert haben, ihn zum nächsten Bundespräsidenten zu wählen.

„Dass da jemand eine Petition startet und die Idee hat, eine queere Person soll Staatsoberhaupt werden – das habe ich nicht unterbinden wollen“, sagte er dem „Spiegel“. Das werde sicherlich nicht zum Erfolg führen, aber es werde für Diskussionen sorgen, die einer freien Gesellschaft guttun.

Ein Interesse an einem solchen Amt will Kerkeling nicht dementieren, er bleibt aber zurückhaltend: Ohne die CDU würde es nicht gehen. Und die werde jemanden nach ihrer Vorstellung küren. Da wolle man „hoffen, dass die Wahl auf die richtige Dame fällt“.

Kerkeling nahm zuletzt an einer Anhörung im Thüringer Landtag zu einem möglichen AfD-Verbotsverfahren teil. Der gebürtige Recklinghäuser plädierte eindringlich für ein Verbot, nimmt aber ebenso die Wählerschaft in die Verantwortung: Wer Rechtsextremisten wähle, wolle keinen bloßen Denkzettel verteilen, wie es oft heiße. Wer wolle, dass die Löwen in die Arena kommen, der wolle auch Blut sehen.

Ein Großvater des Entertainers war durch die Nationalsozialisten politisch verfolgt worden. Das hat auch Kerkeling für extreme Strömungen sensibilisiert, zugleich begründete er seinen Einsatz für die Demokratie mit Dankbarkeit: Er verdanke diesem Land viel, zum Beispiel, dass er als Kind aus einer Arbeiterfamilie etwas werden und in seiner Karriere von der Meinungsfreiheit profitieren durfte. Jetzt wolle er etwas zurückgeben.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Bundes-Grüne überlassen Berliner Landesverband die Entscheidung bei Sondierungen mit Linke und SPD

    Die Bundesspitze der Grünen gibt dem Berliner Landesverband bei den Sondierungsgesprächen mit Linke und SPD und der möglichen Bildung einer Koalition ab sofort freie Hand. Das berichtet die „Bild“ unter…

    Bericht: Junge Union muss fast staatliche Mittel zurückzahlen und CDU nach Kredit fragen

    Die Junge Union muss staatliche Unterstützungsmittel zurückzahlen und hat dafür einen Kredit der Mutterpartei in Anspruch genommen. Das berichtet der „Focus“ unter Berufung auf die Junge Union, die CDU und…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert