Keine Erholung am Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt in Sicht

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) rechnet für Sachsen-Anhalt im Jahr 2027 mit sinkender sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung und steigender Arbeitslosigkeit. Das teilt die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mit.

Nach der regionalen Arbeitsmarktprognose weisen alle vier Agenturbezirke im Land eine steigende Arbeitslosigkeit auf.

Im Mittelwertszenario erwarten die Forscher für 2027 rund 780.800 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Sachsen-Anhalt. Das wären 4.600 weniger als im Jahr zuvor und ein Minus von 0,6 Prozent.

Bundesweit wird ein leichter Beschäftigungsrückgang von 0,1 Prozent erwartet, für Ostdeutschland ebenfalls von 0,1 Prozent.

Im pessimistischen Szenario könnte die Beschäftigung um bis zu 1,7 Prozent zurückgehen, das entspräche 13.700 weniger Jobs. Im besten Fall wären ein Zuwachs von 0,6 Prozent und 4.600 neue Arbeitsplätze möglich.

„Die Kombination aus schwieriger Konjunktur und demografischer Entwicklung zeigt sich nun auch in sinkenden Beschäftigtenzahlen in Sachsen-Anhalt“, erklärt Per Kropp vom IAB. „Bemerkenswert finde ich, dass diese Entwicklung ohne Beschäftigte mit ausländischem Pass schon in den letzten Jahren eingesetzt hätte.“

Bei der Arbeitslosigkeit rechnet das IAB im Mittelwertszenario für 2027 mit durchschnittlich 91.000 Arbeitslosen.

Das wären 1.300 mehr als im Jahr zuvor und ein Anstieg von 1,4 Prozent. Bundesweit wird ein Plus von 0,7 Prozent erwartet, in Ostdeutschland von rund 0,6 Prozent.

In einem günstigen Szenario könnte die Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt auf 83.500 Personen sinken, ein Minus von 6,9 Prozent; in einem ungünstigen Szenario könnte sie auf 98.500 Erwerbslose steigen.

„Von einer echten Trendwende auf dem Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt kann trotz leicht verbesserter Konjunkturaussichten vorerst keine Rede sein“, erklärt Markus Behrens, Vorsitzender der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit. „Die Nachwirkungen der langanhaltenden Wirtschaftsflaute sowie die nachlassende internationale Wettbewerbsfähigkeit setzen insbesondere unserer Industrie, dem Baugewerbe und der Zeitarbeit weiterhin spürbar zu. Zwar melden die Unternehmen wieder mehr offene Stellen, doch die prognostizierten Zahlen für 2027 zeigen klar: Die Beschäftigung wird leicht sinken, während die Arbeitslosigkeit vor allem im Bereich der Arbeitslosenversicherung weiter ansteigt. Hinzu kommt der demografische Wandel, der den Arbeitsmarkt grundlegend verändert: Während in klassischen Industrie- und Bauberufen Stellen wegfallen, wächst der Personalbedarf in Pflege, Gesundheit und Erziehung unaufhaltsam.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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