Dax legt 0,7 Prozent zu: Infineon an der Spitze, Mercedes-Benz schwach

Am Dienstag hat der Dax zugelegt. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 25.591 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss.

An der Spitze der Kursliste standen die Aktien von Infineon, die bis kurz vor Handelsschluss mit einem kräftigen Kurssprung von über fünf Prozent im Plus waren, gefolgt von den Papieren von Siemens Energy und von Hochtief. Am Ende der Kursliste standen dagegen die Anteilsscheine von Mercedes-Benz, die bis kurz vor Handelsschluss mit über drei Prozent sehr stark im Minus waren, gefolgt von den Papieren von Beiersdorf und von BMW.

„Es scheint so, als würden sich die Anleger in Frankfurt zunehmend mit den anhaltend hohen Energiepreisen arrangieren und gleichzeitig die Grenzen der geldpolitischen Möglichkeiten erkennen. Weitere Zinserhöhungen könnten zwar die Nachfrage dämpfen, würden aber nichts an den eigentlichen Ursachen des Preisdrucks ändern“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets.

Weder lasse sich der Krieg im Nahen Osten mit höheren Leitzinsen beenden, noch könnten die Notenbanken dadurch das Energieangebot vergrößern. „Im Gegenteil: Eine zusätzliche geldpolitische Straffung würde die ohnehin fragile Konjunktur weiter belasten“, so der Marktanalyst weiter.

Derweil hätten die jüngsten Quartalszahlen großer Konsumgüterkonzerne wenig Anlass zur Zuversicht geliefert. „Die Ergebnisse von Nestlé, Reckitt und Beiersdorf zeigen, dass die Verbraucher ihr Kaufverhalten zunehmend an die gestiegenen Lebenshaltungskosten anpassen. Vor allem die Markenhersteller bekommen die wachsende Preissensibilität ihrer Kunden zu spüren. Dabei beschränkt sich die Konsumzurückhaltung längst nicht mehr auf das klassische Massengeschäft. Auch im Luxussegment haben die jüngsten Ergebnisse von Hermès und Louis Vuitton gezeigt, dass selbst zahlungskräftige Kunden vorsichtiger werden. Für die Unternehmen wird es damit schwieriger, steigende Kosten weiterzugeben, ohne gleichzeitig Absatz und Marktanteile zu gefährden“, so Lipkow.

Die jüngsten US-Konjunkturdaten unterstrichen dieses Dilemma. „Sowohl die schwächer als erwartet ausgefallenen ADP-Arbeitsmarktdaten als auch die enttäuschenden Auftragseingänge der Industrie deuten auf eine nachlassende wirtschaftliche Dynamik hin. Gleichzeitig zeigen sich die Einzelhandelsumsätze weiterhin robust, während der Case-Shiller-Hauspreisindex für August eine leichte Erholung am Immobilienmarkt signalisiert. Die US-Wirtschaft sendet damit widersprüchliche Signale, die den Notenbankern ihre Entscheidungen nicht leichter machen“, so der Marktanalyst.

Am Mittwoch beginne mit eben jenen anstehenden Notenbanksitzungen und den Quartalszahlen von Alphabet, Amazon und Microsoft die entscheidende Phase. „Bis dahin dürfte die Volatilität zunächst weiter zurückgehen und der Handel in engen Kursbahnen verlaufen. Diese Ruhe sollte allerdings nicht mit Entspannung verwechselt werden. Wenn Geldpolitik, Konjunkturdaten und die Geschäftszahlen der größten Technologiekonzerne nahezu gleichzeitig aufeinandertreffen, können Anleger schnell auf dem falschen Fuß erwischt werden“, sagte Lipkow.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstagnachmittag schwächer: Ein Euro kostete 1,1142 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8975 Euro zu haben.

Der Goldpreis konnte deutlich profitieren, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 4.060 US-Dollar gezahlt (+1,2 Prozent). Das entspricht einem Preis von 117,14 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis sank unterdessen deutlich: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Dienstagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 114,00 US-Dollar, das waren 183 Cent oder 1,6 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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