„Sachsen-Monitor“ zeigt Zuversicht und Skepsis

In Dresden sind am 3. November die Ergebnisse des „Sachsen-Monitors“ vorgestellt worden. Die Sächsische Staatskanzlei teilte mit, dass die Befragung zum sechsten Mal durchgeführt wurde und Einstellungen und Meinungen der sächsischen Bevölkerung erfasst.

Für die Erhebung wurden 2.031 zufällig ausgewählte Personen ab 18 Jahren mit Wohnsitz in Sachsen persönlich befragt.

Die Befragung fand vom 14. März bis 14. Juni statt und wurde erstmals vom Meinungsforschungsinstitut Ipsos durchgeführt. Sie war nach Angaben der Staatskanzlei von den außen-, wirtschafts- und energiepolitischen Auswirkungen des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine, des Iran-Kriegs und der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump geprägt.

61 Prozent der Befragten blicken zuversichtlich auf ihre persönliche Zukunft, 67 Prozent beurteilen die eigene wirtschaftliche Lage positiv.

Bei der wirtschaftlichen Lage Sachsens überwiegt erstmals die Skepsis. 81 Prozent sind der Auffassung, dass sie ihr Leben selbst in der Hand haben, und 70 Prozent meinen, dass persönliche Anstrengung zum Erfolg führt.

58 Prozent stimmen der Aussage zu, dass Sachsen die Herausforderungen der Zukunft meistern wird. 85 Prozent sind stolz auf das seit 1990 Erreichte, 78 Prozent sehen Sachsen im Vergleich mit vielen westdeutschen Ländern gut aufgestellt, und 59 Prozent schätzen die wirtschaftliche Lage im Freistaat besser ein als in anderen ostdeutschen Bundesländern.

83 Prozent halten die Erinnerung an die Friedliche Revolution für wichtig, 68 Prozent betrachten die damalige DDR als Unrechtsstaat.

90 Prozent fühlen sich an ihrem Wohnort wohl, 88 Prozent finden ihn lebenswert, und 86 Prozent fühlen sich dort sicher. Mit ihren persönlichen Lebensumständen sind die Menschen insgesamt zufrieden: Die Zufriedenheitswerte liegen zwischen 78 Prozent für das Ausmaß der Freizeit und 57 Prozent für die soziale Absicherung.

Mit der eigenen Wohnsituation sind 89 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden.

Sorgen bereiten den Befragten vor allem soziale Sicherheit und internationale Konflikte. 72 Prozent machen sich Sorgen, dass die Rente nicht ausreichen könnte.

80 Prozent befürchten eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, 73 Prozent den Verlust des gesellschaftlichen Zusammenhalts und 73 Prozent, dass es künftigen Generationen schlechter gehen wird. 83 Prozent sorgen sich über weitere Kriege und militärische Konflikte.

Wirtschaft, Unternehmensansiedlungen, Investitionen und Industrie gelten als größte Chance für Sachsen, zugleich wird die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung als größte Herausforderung gesehen, gefolgt vom Arbeitsmarkt.

87 Prozent sind überzeugt, dass mehr Einflussnahme der Bürger durch Volksentscheide das politische Interesse erhöhen würde, und 57 Prozent vertreten die Auffassung, dass nur direkte Demokratie wahre Demokratie sei. 87 Prozent halten die Demokratie für eine gute Regierungsform, mit ihrer Funktionsweise in Deutschland sind aber nur 44 Prozent eher oder sehr zufrieden; für Sachsen liegt dieser Wert bei 48 Prozent.

Das Vertrauen in Polizei und Wissenschaft liegt jeweils bei 72 Prozent, in Gerichte bei 62 Prozent, in den örtlichen Bürgermeister bei 53 Prozent und in die Sächsische Staatsregierung bei 44 Prozent. Dem Bundestag vertrauen 28 Prozent, der Bundesregierung 19 Prozent, der Europäischen Kommission 22 Prozent und dem Europäischen Parlament 24 Prozent.

82 Prozent halten Engagement in demokratischen Parteien und 80 Prozent in Vereinen, Kirchen und Gewerkschaften für wichtig.

81 Prozent messen politischer Bildung in Schulen große Bedeutung bei, 69 Prozent der politischen Erwachsenenbildung. 77 Prozent befürworten die Beobachtung verdächtiger Gruppen durch den Verfassungsschutz.

60 Prozent sind bereit, sich auf neue Entwicklungen und erforderliche Veränderungen einzustellen; bei den 18- bis 29-Jährigen sind es 86 Prozent, bei den 30- bis 39-Jährigen 85 Prozent. 81 Prozent kritisieren, dass große Veränderungen zu häufig ohne ausreichende Einbindung der Bevölkerung entschieden werden.

Eine knappe Mehrheit von 52 Prozent befürwortet die Einführung einer allgemeinen Wehrpflicht. 53 Prozent unterstützen eine außenpolitische Strategie der EU auf Grundlage der Zusammenarbeit mit den NATO-Staaten in globalen Fragen, 35 Prozent eine erweiterte Zusammenarbeit mit demokratischen Partnerstaaten wie Australien und Japan, und 11 Prozent eine stärkere Zusammenarbeit der EU mit Russland.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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