Bericht: Bund und Eigentümer einigen sich auf Übernahme von KNDS

Die Bundesregierung und die Eigentümerfamilien des Panzerherstellers KNDS haben sich offenbar darauf geeinigt, dass das Unternehmen vollständig vom Staat übernommen wird. Das berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf ein als „Verschlusssache“ eingestuftes Schreiben des Bundesfinanzministeriums an den Haushaltsausschuss. Darin heißt es, die Bundesregierung habe sich mit Wegmann auf den Erwerb von 50 Prozent verständigt.

KNDS baut etwa den Kampfpanzer Leopard 2 oder den Schützenpanzer Puma. Bislang halten die deutschen Familien Braunbehrens und Bode über die Wegmann-Holding 50 Prozent an dem Unternehmen, die anderen 50 Prozent hält der französische Staat. Die Familien planten seit längerer Zeit, ihre Anteile zu veräußern. Der dafür geplante Börsengang war im Frühsommer zuerst verschoben worden, im September wurde er abgesagt. Um die Sicherheitsinteressen Deutschlands zu wahren, plant die Bundesregierung seither, die vollständigen 50 Prozent von den Familien zu übernehmen.

Jetzt gibt es offenbar eine Einigung, wie das Dokument zeigt. Wegmann strebe die Zeichnung des Kaufvertrags (Signing) noch im November 2026 an, heißt es darin. Der Vollzug der Transaktion sei im Dezember 2026 geplant.

Ein Sprecher der Wegmann-Holding wollte die Informationen auf Anfrage der Zeitung nicht kommentieren. Der nun verhandelte Kaufpreis basiere auf dem im aktuellen Bewertungsumfeld ermittelten Eigenkapitalwert für KNDS. Wie viel Geld aus der Staatskasse genau fließt, geht nicht hervor. Es heißt aber, in Summe führe der verhandelte Kaufpreismechanismus dazu, dass der Bund für 50 Prozent der Anteile eine deutlich niedrigere Summe bezahlen werde, als im Juni für lediglich 40 Prozent der Anteile bewilligt worden war. Für die 40 Prozent, die der Bund ursprünglich übernehmen wollte, wenn es mit dem Börsengang geklappt hätte, waren damals 7,2 Milliarden Euro vorgesehen.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Söder ordnet nach Tod Aiwangers Trauerbeflaggung an

    Nach dem plötzlichen Tod des bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Trauerbeflaggung angeordnet. Dies werde er am Tag des Begräbnisses wiederholen, kündigte Söder am Donnerstag…

    IWH: Firmenpleiten legen im Oktober leicht zu

    Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland ist im Oktober leicht gestiegen.Laut dem am Dienstag veröffentlichten Insolvenztrend des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) lag sie im zehnten…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert