Franz Walter über die CDU: „Die Partei kennt die Gesellschaft nicht mehr“

Die CDU hat nach Ansicht des Parteienforschers Franz Walter den Kontakt zu breiten Wählerschichten verloren.

Die Union sei flexibel gewesen, habe auf Stimmungen reagieren können und sei mit der Gefühlswelt einer Mehrheit im Volk verschmolzen, sagte Walter der Wochenzeitung „Die Zeit“. Dies sei ihre große Stärke gewesen. Heute sei die CDU eine „Partei der Transferleistungsempfänger“, jedenfalls wenn man Renten als Transferleistung verstehe. Gerade diese Leute würden empfindlich auf die aktuelle Reformdebatte reagieren.

Die besondere Leistung der CDU/CSU sei es immer gewesen, unterschiedliche Interessen auszugleichen und so die demokratische Stabilität zu garantieren. Dieses Geschick sehe er bei der Union gerade nicht mehr, sagte Walter.

Walter war bis zu seiner Emeritierung 2017 Professor für Politikwissenschaft an der Universität Göttingen und Direktor des dortigen Instituts für Demokratieforschung. 2015 erkrankte er schwer an Krebs und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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