Thüringer Finanzministerin Katja Wolf warnt vor voreiliger AfD-Verbotsdebatte

Die Thüringer Finanzministerin Katja Wolf (BSW) sieht die aktuelle Debatte über ein Verbot der AfD kritisch.

„Natürlich müssen wir genau hinschauen, inwieweit die AfD verfassungsfeindlich ist“, sagte sie der „Rheinischen Post“ (Dienstag). „Wir sind aber aus meiner Sicht noch nicht an dem Punkt, eine klare Entscheidung darüber treffen zu können. Insofern ist ein Fokus auf die Verbotsdebatte gefährlich für das demokratische System.“

Wolf weiter: „Denn dadurch wird der Eindruck erweckt, als würden wir im Parteienwettstreit leichtfertig zu den schärfsten Mitteln greifen. Es wirkt wie eine Verzweiflungstat. Menschen müssen darüber hinaus das Gefühl haben, dass es jenseits der AfD Alternativen gibt. Dafür müssen Parteien unterscheidbar bleiben, auch im Umgang mit der AfD.“

Die BSW-Landeschefin fügte hinzu: „Die derzeitige Verbotsdebatte ist der falsche Ansatz. Der Ansatz muss sein, wie schaffen wir es, dass demokratische Parteien Vertrauen und die Meinungsführerschaft zurückgewinnen.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Studie des Tax Justice Network: Trumps Steuerpolitik kostete Deutschland mehr als 23 Milliarden Euro an Steuereinnahmen

    Donald Trumps Steuerpolitik hat Deutschland zwischen 2016 und 2023 mehr als 23 Milliarden Euro an Steuereinnahmen gekostet – mehr als jedes andere EU-Land. Das berichtet das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ unter Berufung…

    GKV-Spitzenverband beharrt auf Klage: Bund soll Gesundheitskosten von Grundsicherungsempfängern voll zahlen

    Der GKV-Spitzenverband hält an seiner Klage gegen den Bund wegen der Gesundheitskosten von Grundsicherungsempfängern fest. „Wir reden von über rund zehn Milliarden Euro pro Jahr, die immer noch fehlen“, sagte…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert