Studie zeigt: Wirtschaftssanktionen verursachen jährlich über 500.000 Todesfälle

Wirtschaftssanktionen, die von den USA oder der EU verhängt wurden, haben laut einer neuen Studie jährlich zu über 500.000 Todesfällen geführt.

Das ist das Ergebnis einer Analyse von Forschern der Universität Denver und des Center for Economic and Policy Research in Washington, die die Auswirkungen von Sanktionen auf die Sterblichkeitsraten in 152 Ländern zwischen 1971 und 2021 untersuchten. Die Studie zeigt, dass die Zahl der durch Sanktionen verursachten Todesfälle höher ist als die der kriegsbedingten Opfer, die bei knapp über 100.000 lag.

Die Forscher analysierten die gesundheitlichen Auswirkungen von Sanktionen mithilfe eines Datensatzes, der alterspezifische Sterblichkeitsraten und Sanktionsereignisse umfasst. Die Ergebnisse zeigten eine „signifikante kausale Verbindung zwischen Sanktionen und erhöhter Sterblichkeit, insbesondere bei einseitigen, wirtschaftlichen und US-Sanktionen“, so die Forscher. UN-Sanktionen hätten hingegen keinen statistisch nachweisbaren Effekt.

Die Studie, die in der August-Ausgabe des medizinischen Fachjournals „The Lancet“ veröffentlicht wurde, hebt hervor, dass Sanktionen erhebliche negative Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit hätten und fordert ein Überdenken ihrer Nutzung als außenpolitisches Instrument.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Studie des Tax Justice Network: Trumps Steuerpolitik kostete Deutschland mehr als 23 Milliarden Euro an Steuereinnahmen

    Donald Trumps Steuerpolitik hat Deutschland zwischen 2016 und 2023 mehr als 23 Milliarden Euro an Steuereinnahmen gekostet – mehr als jedes andere EU-Land. Das berichtet das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ unter Berufung…

    GKV-Spitzenverband beharrt auf Klage: Bund soll Gesundheitskosten von Grundsicherungsempfängern voll zahlen

    Der GKV-Spitzenverband hält an seiner Klage gegen den Bund wegen der Gesundheitskosten von Grundsicherungsempfängern fest. „Wir reden von über rund zehn Milliarden Euro pro Jahr, die immer noch fehlen“, sagte…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert