Cumulative Redundancy Bias: Warum Wähler frühen Wahlergebnissen zu viel vertrauen

Forscher der Ruhr-Universität Bochum haben einen psychologischen Effekt identifiziert, der das Misstrauen gegenüber Wahlergebnissen erklären soll.

Der sogenannte Cumulative Redundancy Bias führe dazu, dass Menschen frühe Zwischenergebnisse überbewerten, teilte das Team um Moritz Ingendahl am Freitag mit. Dies erkläre, warum viele Wähler bei späteren Ergebnisänderungen Betrug vermuteten.

In sieben Studien mit Teilnehmern aus den USA und Großbritannien zeigte sich, dass Probanden den Kandidaten, der zunächst führte, auch nach einer Niederlage noch als Sieger wahrnahmen. Wurden die Ergebnisse in umgekehrter Reihenfolge präsentiert, kehrte sich dieser Effekt um. Besonders deutlich zeigte sich dies bei der Analyse der US-Wahlen 2020, bei denen Donald Trump zunächst in Führung lag.

Die Forscher schlagen vor, Wahlergebnisse erst nach vollständiger Auszählung zu veröffentlichen, um das Vertrauen in demokratische Prozesse zu stärken. Zudem empfehlen sie bessere Aufklärung über typische Verläufe von Stimmenauszählungen. Die Studie erschien im Fachjournal Psychological Science.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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