VdK-Präsidentin Bentele kritisiert Bürgergeld-Sparforderung von Merz als Populismus

VdK-Präsidentin Verena Bentele hat die Forderung von Bundeskanzler Friedrich Merz, beim Bürgergeld zehn Prozent der Ausgaben zu sparen, scharf kritisiert.

„Es ist Populismus, sich immer wieder auf Themen wie das Bürgergeld zu stürzen und schon konkrete Zahlen zu nennen“, sagte Bentele der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstagausgabe). „Ich würde mir von Herrn Merz eine konkrete Zahl dazu wünschen, wie viel Geld er durch die Bekämpfung von Steuerhinterziehung einnehmen will. Laut Schätzungen geht es um 100 Milliarden Euro oder mehr, die dem Staat jedes Jahr entgehen.“

Der Koalitionsausschuss von Union und SPD hatte sich am Mittwoch darauf verständigt, dass bis Ende des Jahres Eckpunkte für eine Bürgergeldreform vorgelegt werden sollen, mit der der Druck auf die Bezieher erhöht werden soll. „In der aktuellen Debatte geht es fast ausschließlich um die wenigen Komplettverweigerer, die wirklich gar keine Arbeit annehmen, und nicht um die viel höhere Zahl etwa der Alleinerziehenden, die mit Bürgergeld ihr viel zu niedriges Gehalt aufstocken müssen oder um Kinder und Jugendliche, die Sozialleistungen brauchen, um über die Runden zu kommen“, sagte Bentele. Es gebe auch „viel zu viele“ Menschen mit Behinderung, „die sich hundertfach bewerben, aber von niemandem eingestellt werden“.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    ING-Chefvolkswirt Brzeski: Bei sehr kaltem Winter droht Deutschland eine Gasmangellage

    Angesichts historisch niedriger Gasspeicherstände hat ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski vor einer möglichen Gasmangellage in Deutschland gewarnt. Die Speicher seien derzeit nur ungefähr zur Hälfte gefüllt, sagte Brzeski dem Nachrichtenportal T-Online.Bei einem…

    IG-Metall-Chef Gröger droht VW mit Streiks und kritisiert Kommunikationsdesaster

    Der niedersächsische Bezirksvorsitzende der IG Metall, Thorsten Gröger, hat die diskutierten Sparpläne bei Volkswagen und die Kommunikation des Konzernvorstands kritisiert. „Die Zeichen stehen auf Konflikt“, sagte Gröger der „Neuen Osnabrücker…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert