EU-Klimaziel 2040: Umweltminister richtet Warnung an CDU und CSU

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) warnt CDU und CSU davor, die Abstimmung über ein neues EU-Klimaziel für 2040 zu verschleppen. „Wer das neue europäische Klimaziel für 2040 blockiert und die notwendigen Beschlüsse verzögert, handelt gegen deutsche Interessen und riskiert einen teuren deutschen Sonderweg“, sagte Schneider dem „Spiegel“.

Die EU-Kommission hat im Juli vorgeschlagen, dass die EU ihre Treibhausgasemissionen bis 2040 um 90 Prozent senkt. Am 18. September soll sich der Umweltministerrat damit befassen. Es gibt derzeit allerdings Forderungen, die Entscheidung zu verschieben und die Diskussion in die Runde der Staats- und Regierungschefs zu tragen.

Der Mehrheitsbeschluss, wie er im Ministerrat vorgesehen ist, sei „die entscheidende Voraussetzung, um eine ambitionierte Zielsetzung in der EU erreichen zu können“. Nur so sei „die klare Koalitionsvereinbarung zum Klimaschutz umsetzbar“, so Schneider. Im Koalitionsvertrag bekennen sich Union und SPD zum Ziel für 2040, sofern einige Bedingungen erfüllt sind. Schneider richtet sich an den Koalitionspartner: „Ich erwarte, dass wir jetzt in der Bundesregierung an einem Strang ziehen und uns gemeinsam dafür einsetzen, dass im nächsten Umweltministerrat eine Beschlussfassung erfolgt.“

Das vorgeschlagene Ziel passe es „perfekt zu den bestehenden deutschen Zielen“, sagte Schneider, und liege daher sogar „im wirtschafts- und industriepolitischen Interesse Deutschlands“: „Die deutsche Wirtschaft hat zu Recht größtes Interesse daran, dass wir beim Klimaschutz nicht allein, sondern gemeinsam in Europa vorangehen.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Zeitumstellung: Normalzeit gilt wieder – Uhren in Deutschland zurückgestellt

    In Europa gilt wieder die Normalzeit. In Deutschland und zahlreichen anderen Ländern wurden die Uhren um 3 Uhr Sommerzeit auf 2 Uhr zurückgestellt. Damit ging die 47. Sommerzeitperiode in Folge…

    Fehlerhaftes Tabaksteuergesetz: Rechtsprofessor von Lewinski fordert Reparaturgesetz durch den Bundestag

    Im Streit um das fehlerhafte Tabaksteuergesetz hält der Passauer Rechtsprofessor Kai von Lewinski eine einfache Berichtigung durch das Bundesfinanzministerium ohne erneute Beteiligung des Bundestags für unzulässig. Nach seiner Einschätzung muss…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert