Reichinnek kritisiert Merz-Äußerung zu „Stadtbild“ als menschenverachtend

Die Linken-Fraktionsvorsitzende Heidi Reichinnek hat die Äußerung von Kanzler Friedrich Merz (CDU), dass man ein Problem im Stadtbild habe und deswegen in sehr großem Umfang Rückführungen durchführe, scharf kritisiert.

„Merz` Aussage offenbart ein zutiefst menschenverachtendes Weltbild: Menschen mit Migrationshintergrund gehören für den Bundeskanzler offenbar nicht dazu, mehr noch, sie sind für ihn ein Problem im Stadtbild“, sagte sie dem „Tagesspiegel“ (Samstagausgabe). Menschen, die entweder hier ihre Heimat gefunden hätten oder hier geboren worden seien, die Teil des Landes und der Gesellschaft seien, werte Merz aufgrund ihres Aussehens zum Störfaktor ab.

„Man kann diese Äußerung nicht einmal mehr als Entgleisung bezeichnen, wenn der Zug sowieso schon nur noch nach rechts fährt“, sagte Reichinnek. „Dass Merz bis heute nicht dafür um Verzeihung gebeten hat, ist schamlos und unbegreiflich.“

Der nächste Skandal sei die Erklärung, er habe dies nicht als Kanzler, sondern als Parteivorsitzender gesagt. „Weder der Kanzler noch der Vorsitzende einer Partei, die sich als demokratisch bezeichnet, sollten eine so offen rassistische Äußerung vorbringen“, so die Fraktionsvorsitzende. „Sein Job als Kanzler wäre es, marginalisierten und diskriminierten Gruppen Schutz zu bieten, stattdessen gießt er Öl ins Feuer der bereits völlig vergifteten Debatte.“

Reichinnek kritisierte: „Merz gefährdet damit massiv den Zusammenhalt in diesem Land und macht die Union mehr und mehr zur Vorfeldorganisation von Rechtsaußen.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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