Grüne offen für mehr Befugnisse der Sicherheitsbehörden

Die Grünen unterstützen den Vorstoß von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), die Sicherheitsbehörden mit mehr Befugnissen auszustatten. „Um als freiheitliche Gesellschaft die Angriffe auf die Grundlagen unseres Zusammenlebens abwehren zu können, ist es entscheidend, dass unsere Sicherheitsbehörden gut und modern aufgestellt sind“, sagte Fraktionsvize Konstantin von Notz dem „Handelsblatt“. „Wir Grüne verschließen uns deshalb keiner Debatte um neue Befugnisse.“

Zugleich mahnte von Notz die Einhaltung verfassungsrechtlicher Grenzen an. „Wer den Kern unserer liberalen Gesellschaftsordnung schützen wolle, muss auch die Freiheitsgarantien des Grundgesetzes respektieren“, sagte er. Offen zeigte sich der Grünen-Politiker für „effektive und rechtskonforme Ermittlungsbefugnisse“.

Mit Blick auf die Speicherung von IP-Adressen zog von Notz jedoch eine klare Grenze. „Anlasslose Massenüberwachung wie die Vorratsdatenspeicherung lehnen wir ab“, sagte er. Stattdessen warb er für das sogenannte Quick-Freeze-Verfahren. Dieses sei eine „grundrechtsschonende und zielgerichtete Alternative“. Beim Quick-Freeze-Verfahren muss ein Richter im Verdachtsfall anordnen, dass bestimmte Internetdaten gesichert werden dürfen.

Dobrindt hatte zuvor eine Sicherheitsoffensive gegen äußere Bedrohungen, Terrorismus und organisierte Kriminalität angekündigt. „Dafür stärken wir unsere Sicherheitsbehörden mit klaren Befugnissen“, sagte er dem „Handelsblatt“. „2026 steht für Sicherheit, Stabilität und Schutz. Die Menschen sollen sich sicher fühlen – im Alltag wie zu Hause.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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