EU-Finanzboykott gegen USA? Grünen-Politiker fordert Kaufstopp für US-Staatsanleihen

Nachdem der Dänische Pensionsfonds aus Protest gegen den Grönland-Streit seine US-Staatsanleihen verkauft, fordert der Grünen-Europaabgeordnete Rasmus Andresen einen gemeinsamen Finanzboykott der EU gegen Washington.

„Europa sollte über einen koordinierten Kaufstopp von US-Staatsanleihen und den gleichzeitigen Aufbau von sicheren europäischen Finanzanlagen Trump massiv unter Druck setzen“, sagte Andresen dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Trump würde durch eine finanzpolitische Reaktion viel stärker unter Druck geraten, als wenn man ein wenig an der Zoll-Schraube dreht.“

Andresen forderte: „EU-Kommission, Investitionsbank und die EZB sollten alle Optionen prüfen, um diese Finanz-Bazooka auf den Weg zu bringen“, so der Grüne. „Wenn Europa den Kauf verlangsamt oder Verkäufe signalisiert, steigt der Renditedruck auf US-Schulden und die Refinanzierungskosten für Staat und Wirtschaft.“

Europa hält etwa zehn Prozent aller US-Staatsanleihen im Umfang von 1,5 Billionen US-Dollar. „Die EU solle schrittweise die rund 1,5 Billionen US-Staatsanleihen in europäischen Händen umschichten“, sagte Andresen dem RND.

Aufgrund des Haushalts- und Leistungsbilanzdefizits der USA ist die US-Wirtschaft stark auf ausländisches Kapital angewiesen. Ökonomen zufolge kann schon eine moderate Zurückhaltung großer Investoren die Nachfrage nach US-Staatsanleihen und damit nach US-Dollar verringern, den Dollar abwerten und die Finanzierungskosten für den US-Staat erhöhen.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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