SPD-Abgeordnete kritisieren MIT-Forderung nach Abschaffung des Teilzeit-Anspruchs scharf

Mehrere Abgeordnete der SPD üben scharfe Kritik an der Forderung der Wirtschafts- und Mittelstandsunion (MIT), den Anspruch auf Teilzeitarbeitt abzuschaffen.

„Die Menschen in Deutschland arbeiten heute bereits in vielen Fällen an der Belastungsgrenze“, sagte Annika Klose, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, dem „Spiegel“. „Der Weg der Union, mit ihren Vorschlägen den Druck auf die Beschäftigten immer weiter zu erhöhen, ist ein Holzweg und führt in die Sackgasse: zu höheren Burnout-Quoten oder einem früheren Ausscheiden aus dem Arbeitsleben.“

Richtig sei es, Fehlanreize wie Minijobs und das Ehegattensplitting abzuschaffen, so Klose. „Schade, dass die MIT stattdessen auf Populismus auf dem Rücken der Beschäftigten setzt.“

Auch die SPD-Abgeordnete Rasha Nasr kritisierte den MIT-Vorstoß scharf. „Der Rechtsanspruch auf Teilzeit ist kein Luxus und kein Zeichen mangelnder Solidarität“, sagte Nasr dem „Spiegel“. „Für Millionen Beschäftigte ist er Voraussetzung, um Beruf, Familie, Pflege oder Gesundheit miteinander zu vereinbaren. Wer Beschäftigte in Teilzeit als unsolidarisch diffamiert, verkennt die Lebensrealität vieler Menschen und wertet ihre Leistung ab.“

Ähnlich äußerte sich Sebastian Roloff, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion: „Wer Sozialleistungen für Teilzeitkräfte streichen will, zeigt, dass es hier nicht um Fachkräftesicherung geht, sondern um Ideologie auf dem Rücken von Beschäftigten“, sagte er dem „Spiegel“. „Wir brauchen mehr Arbeitsvolumen in Deutschland“, sagt Roloff. „Aber der Weg dahin führt über bessere Kinderbetreuung, echte Entlastung bei der Pflege und Anreize statt Sanktionen.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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