DIW schlägt Produktivität als Maßstab für Lohnsteigerungen vor

Inmitten der laufenden Tarifauseinandersetzungen unter anderem bei der Bahn und im öffentlichen Dienst schlägt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung einen anderen Bewertungsmaßstab für Lohnsteigerungen vor.

Ihm fehle in der Debatte über höhere Löhne immer „die Betrachtung der Produktivität“, sagte DIW-Chef Marcel Fratzscher dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Wenn die Menschen sagen können, ich produziere auch wirklich vier Prozent mehr in meiner Arbeitszeit pro Jahr, dann finde ich es völlig legitim, dass auch die Löhne um vier Prozent steigen“, so der Ökonom.

Nach Fratzschers Eindruck ist das Drohpotenzial der Arbeitnehmer hoch. Es gebe zwar drei Millionen Arbeitslose, aber eben auch 1,6 Millionen offene Jobs. So gesehen hätten die Arbeitnehmer eine starke Position. „Zumindest die, die durch Tarifverträge und Gewerkschaften abgesichert sind, was ungefähr die Hälfte der Beschäftigten betrifft“, sagte er dem RND.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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